Nun ist es offiziell: Die CDU-Landtagsfraktion hat Dieter Steinecke für das Amt des Landtagspräsidenten vorgeschlagen. Das ist für den 71-Jährigen, der dieses Amt bereits zwischen 2006 und 2011 bekleidete, eine späte Genugtuung. Denn Steinecke war 2011 von der eigenen Fraktion abserviert worden. Er musste seinerzeit seinen Stuhl für Detlef Gürth räumen. Ausgerechnet den Mann also, der jetzt über eine Steueraffäre stolperte.

Steinecke war damals tief enttäuscht, doch er ließ sich nicht hängen und blieb gegenüber der CDU-Fraktion loyal. Im Landtag gilt das politische Urgestein als konsensfähig. Dabei kommt dem jovialen Mann zugute, dass er nicht in den Landtagswahlkampf hineingezogen wird; Steinecke wird dem neuen Parlament nicht mehr angehören. Es ist mithin davon auszugehen, dass Steinecke am 9. Dezember noch einmal für drei Monate zum Landtagspräsidenten gewählt wird. Er ist erfahren, er kennt den Job und ist überparteilich anerkannt. Seine Wahl wäre eine gute Entscheidung.