Halle (rk) l Ein 19-jähriger Mann aus Halle hat am Neujahrsmorgen bereits die Dienste seines Schutzengels in Anspruch genommen. Gegen 4.50 Uhr wurde er von einer Regionalbahn aus Halberstadt kommend, am Haltepunkt Halle (Saale)/ Zoo erfasst. Zeugen sagten aus, dass der junge Mann dicht neben den Gleisen lief.

Auf Zurufe vom Bahnsteig reagierte er nicht. Der Triebfahrzeugführer erkannte den torkelnden Mann an den Schienen und gab Warnsignale ab. Auch darauf reagierte der Mann nicht. Zeitgleich vollzog der Zugführer eine Gefahrenbremsung, konnte einen Aufprall des jungen Mannes mit der Bahn aber nicht mehr verhindern. Die Regionalbahn hatte zum Zeitpunkt des Aufpralls noch eine Geschwindigkeit von 100 km/h.

Mit dem Aufprall wurde der 19-Jährige zur Seite geschleudert. Beim Eintreffen der zuständigen Bundespolizei wurde der junge Mann glücklicherweise schon durch einen Notarzt betreut. Offensichtlich hatte der Verunfallte, der einen hohen Blutalkoholwert hatte, sehr viel Glück. Nach ersten Informationen hatte er keine lebensgefährlichen Verletzungen. Vermutlich trug er eine Fraktur im Bein und eine im Handbereich davon. Er wurde in ein Krankenhaus verbracht.

Die sieben Reisenden im Zug blieben unverletzt. Die Bahnstrecke wurde bis 06:20 Uhr gesperrt. Insgesamt fielen durch den Vorfall zwei Züge aus und drei Züge hatten Verspätungen von über 130 Minuten. Vor Ort wurde die Bundespolizei durch Kameraden der Feuerwehr Halle (Saale), durch Landespolizisten, durch Rettungskräfte und durch DB-Mitarbeiter unterstützt. Inwieweit der junge Mann sich für den Vorfall verantworten muss, wird derzeit noch durch die Bundespolizei geprüft.