Magdeburg/Offenbach (dpa) l Kein Zug, kein Strom – dafür jede Menge Arbeit: Sturmtief "Sabine" ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 171 Kilometern pro Stunde über Sachsen-Anhalt gefegt. Betroffen waren verschiedene Landesteile, vor allem der Landkreis Harz. Personen kamen nicht zu Schaden, wie die Polizei mitteilte. Leitstellen hatten vorsorglich mehr Personal im Einsatz, um im Notfall schneller reagieren und koordinieren zu können.

Die Gefahr scheint in Sachsen-Anhalt jedoch noch nicht gänzlich vorbei. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet bis Mittwoch mit weiteren Unwettern, Orkanböen, Regen und Schneeschauern. Auf dem Brocken brachte es "Sabine" in Böen auf Geschwindigkeiten von bis zu 171 Kilometer je Stunde. Der Wert wurde am Montagmorgen um 4.00 Uhr auf dem Gipfel gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. "Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie "Kyrill" (2007) oder "Lothar" (1999) sollte "Sabine" aber nicht werden.

Unterdessen sind landesweit Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW), Mitarbeiter von Stromversorgern und Stadtwerken im Dauereinsatz, um Schäden zu beseitigen, wie Sprecher mitteilten. Die Nationalparkverwaltung Harz warnte die Menschen dringend davor, in den nächsten Tagen die Wälder zu betreten. Es bestehe eine akute Gefahr für Leib und Leben, da weiterhin Äste herunterfallen oder bereits geschädigte Bäume entwurzelt werden könnten, teilte ein Sprecher mit.

In Wernigerode wurden nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Windgeschwindigkeiten von bis zu 126 Kilometern pro Stunde gemessen. Aus Sicherheitsgründen waren der Kurpark der Harzstadt und die Schierker Arena vorübergehend für Besucher gesperrt. Orkanartige Böen sorgten unterdessen landesweit dafür, dass Bäume umstürzten, abgebrochene Äste Straßen und Gleise blockierten, Dächer und Leitungen beschädigt wurden.

Im Zugverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen. Die Harzer Schmalspurbahnen fuhren nicht mehr. Bei der Deutschen Bahn und beim Zugunternehmen Abellio lief der Betrieb im Fern- und Nahverkehr unterdessen nach Unternehmensangaben zu Wochenbeginn auf fast allen Strecken wieder an. Reisende müssten sich aber weiter in Geduld üben und Einschränkungen hinnehmen, da Züge aus Sicherheitsgründen langsamer führen, bis alle Sturmschäden behoben seien. Ersatzweise verkehrten Busse.