Berlin (dpa) l Die Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitnehmern in Ost und Westdeutschland bleiben groß – der Lohnabstand hat sich jedoch weiter verringert. Ende 2019 verdienten Vollzeitbeschäftigte mit Sozialversicherungspflicht in den alten Bundesländern im Mittel 699 Euro mehr als in den neuen Bundesländern, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der AfD-Bundestagsfraktion hervorgeht. Demnach lag das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) im Westen bei 3526 Euro und im Osten bei 2827 Euro. Die Antwort lag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) und der dpa am Samstag (1. August) vor.

Weniger Tarifbindung

Ein Vergleich mit den Zahlen von 2018 zeigt laut dem RND, dass der Entgeltunterschied zwischen Ost und West leicht zurückgegangen ist. Das mittlere Entgelt sei in den neuen Ländern um 120 Euro monatlich gestiegen, die alten Länder verzeichneten ein Plus von 92 Euro.

Bundesweit lag das mittlere Bruttoarbeitsentgelt der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten zum Stichtag 31. Dezember 2019 bei 401 Euro im Monat. Ende 2017 waren es nach früheren Regierungsangaben 3209 Euro. Experten verweisen seit Jahren darauf, dass neben Unterschieden in der Wirtschaftskraft auch eine geringere Tarifbindung Ursache für den Lohnrückstand in den neuen Ländern ist.