Magdeburg l Dienstpistolen der Polizei, die bis zum Jahr 2021 ausgesondert werden, sollen Schützenvereinen in Sachsen-Anhalt unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Das fordert die AfD in einem Antrag für die Landtagssitzung in der nächsten Woche.

Hintergrund ist, dass bei der Landespolizei die fast 30 Jahre alte Standard-Dienstwaffe „Sig Sauer P6“ ausgedient hat. Ab diesem Jahr werden die künftig 6400 Polizisten mit einer der modernsten Handfeuerwaffen auf dem europäischen Markt, der „Glock 46“ aus Österreich, ausgestattet. Das Land hat 8600 Pistolen samt Magazinen und Zubehör bestellt.

Das Gesamtpaket kostet rund 8,6 Millionen Euro. Die ersten 2500 Pistolen werden in diesem Jahr ausgeliefert.

Was passiert mit der ausgemusterten „Sig Sauer P6“? Die AfD will erreichen, dass Schießsportvereine jeweils bis zu zehn ausgesonderte Pistolen unentgeltlich bekommen. Laut AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner wird so auch der Breitensport gefördert. Es solle verhindert werden, dass „hochwertiges Material im Landeseigentum in Schrottpressen landet“. Weitere Waffen sollen, so der AfD-Antrag, zum Marktwert an „Berechtigte mit Voreintrag in der Waffenbesitzkarte“ veräußert werden. Der Restbestand soll dem Hersteller zum Rückkauf angeboten werden.

Das Innenministerium wollte sich gestern nicht zu dem Antrag äußern.

Ein Sprecher des Landesschützenverbandes sagte, der Landesvorstand werde sich mit dem Thema befassen. Im Verband sind 456 Vereine mit knapp 19 300 Mitgliedern vertreten.