An einer Regulierung des Wolfsbestands führt langfristig kein Weg vorbei. Die Zahl der Wölfe im Land steigt seit Jahren fast stetig, von sieben 2012/13 auf 98 im vergangenen Jahr. Das geht nicht unendlich so weiter. In einem Kulturland können zusätzliche Wölfe nicht unbegrenzt aus bestehenden Rudeln abwandern, um neue Territorien zu besetzen. Der Platz ist begrenzt. Bei immer mehr Tieren steigt auch die Konkurrenz um Nahrung und Reviere.

Die Politik muss daher – sollte der Bestand wie bislang weiterwachsen – wohl oder übel Obergrenzen festlegen. Kurzfristig stellt sich aber eine andere Frage: die nach einem effektiven Herdenschutz. Die Gesellschaft will die Wölfe, und die Räuber übernehmen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Leidtragende sind aber die Weidetierhalter. Trotz Fördermöglichkeiten bleiben sie auf Kosten und Mehrarbeit durch den Wolf sitzen. Die Politik muss dafür sorgen, dass sie einen Ausgleich erhalten, der diesen Namen auch verdient. Die aktuellen Pläne des Umweltministeriums gehen da in die richtige Richtung.