Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Die Sachsen-Anhalter müssen in diesem Jahr bislang nicht mit einer Stechmückenplage rechnen. An der Elbe gebe es derzeit keine Anzeichen für ein erhöhtes Mückenaufkommen, sagte der Experte Norbert Becker aus Speyer in Rheinland-Pfalz. Becker ist Direktor der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) am Oberrhein. Er beobachtet die Entwicklung auch in anderen Regionen Deutschlands.

"Die Mücken brauchen Hochwasser", sagte Becker. Er spricht deshalb von sogenannten Überschwemmungsmücken. Die Insekten brüteten vor allem entlang der Flussläufe und Auen. Ihre Eier legen sie dort in Senken ab - werden die Flächen bei steigendem Wasserstand oder durch Starkregen überschwemmt, schlüpfen die Larven. Am Oberrhein habe das in diesem Jahr bereits zu einem Massenschlüpfen geführt.

Ähnliche Anzeichen seien ihm entlang der Elbe nicht bekannt, sagte Becker. Das könne sich jedoch unter Umständen schnell ändern. "Eine Glaskugel haben wir nicht." Prognosen seien deshalb kaum möglich. 2018 war wegen der lang anhaltenden Trockenheit und des damit verbundenen häufig extrem niedrigen Wasserstands an der Elbe ein schlechtes Jahr für Stechmücken.

Die Kabs hat sich die Eindämmung der Stechmückenplage am Oberrhein auf die Fahnen geschrieben. Die Mitarbeiter erfassen bei einem Hochwasser das Aufkommen der Mückenlarven und bekämpfen die Stechmückenbrut mit biologischen Mitteln.

Eine vergleichbare Einrichtung gibt es in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Landesamtes für Verbraucherschutz (LAV) in Dessau-Roßlau nicht. Es gebe auch keine koordinierte Bekämpfung von Mückenlarven. Das LAV hatte vor allem nach dem enormen Elbe-Hochwasser 2013 eine starke Vermehrung von Stechmücken beobachtet. Eine Einschätzung zur aktuellen Entwicklung der Stechmückenpopulation in Sachsen-Anhalt liege nicht vor, teilte eine LAV-Sprecherin auf Anfrage mit.