Magdeburg (dpa/sa) - Magdeburg öffnet seine Kitas ab sofort zusätzlich für die Kinder von Alleinerziehenden. Die Mütter und Väter bräuchten keine weiteren Nachweise erbringen, sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) am Montag. Er habe viele Mails und Briefe erhalten mit der Bitte um diese Möglichkeit. Die Stadt habe eine eigene Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht. Im Land werde diese Regelung vermutlich in der nächsten Woche kommen, sagte Trümper. Aktuell seien in der Stadt derzeit gut 2000 Kinder in der Notbetreuung in Kitas und Horten. Wie stark die Zahl steigen wird, sei noch nicht abzuschätzen. Die Zahl der Gesamtplätze in Kitas und Horten liege bei etwa 18 000.

Der OB sprach sich für weitere Öffnungen des gesellschaftlichen Lebens aus - von der kleinen Kulturveranstaltung unter freiem Himmel bis zur Gastronomie. "Wir müssen jetzt Schritt für Schritt die Bereiche zum Leben erwecken. Und es wird schwer werden", sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die bislang geöffneten Geschäfte. Die Leute mieden die Innenstädte. Es sei für die Menschen aber psychologisch wichtig zu sehen, dass es weitergehe. Hygiene- und Abstandsregelungen müssten immer beachtet werden.

Trümper wies darauf hin, dass es in der 240 000-Einwohner-Stadt bislang 103 bekannte Corona-Fälle gab, 93 Prozent der Infizierten seien inzwischen genesen. Das seien deutlich mehr als in anderen Regionen Deutschlands. Deshalb sollte etwa in Sachsen-Anhalt auch anders reagiert werden als etwa in Bayern, sagte Trümper.