Halle (dpa/sa) - In den ersten drei Monaten ist ein neues Projekt der Verbraucherzentrale für Pflegerechtsberatung in Sachsen-Anhalt mehr als 200 Mal genutzt worden. "Wir sind mit dem Start sehr zufrieden und das hören wir auch von den Ratsuchenden", teilte die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit dem 6. Juni können sich Interessierte zum Beispiel kostenlos über Verträge zur stationären oder ambulanten Pflege sowie deren Rechtmäßigkeit informieren.

"In den ersten Monaten waren vor allem die Entgelterhöhungen in den Pflegeheimen häufiges Thema der Anfragen." Dabei halten sich die Heime der Verbraucherzentrale zufolge "in vielen Fällen" nur unzureichend an die bestehenden Voraussetzungen einer Entgelterhöhung gemäß dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz. Zudem empfehlen die Verbraucherschützer Betroffenen zu prüfen, ob die Entgelte auch angemessen sind. Diese Prüfung werde jedoch teils durch Pflegeheime erschwert.

Neben Beratung am Telefon werden Auskünfte auch per Post oder Mail erteilt. Derzeit arbeitet die Verbraucherzentrale noch daran, dass sich das Angebot weiter herumspricht. Offiziellen Angaben zufolge ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Sachsen-Anhalt seit 1999 um 66 Prozent auf heute mehr als 110 000 Menschen gestiegen. Das Land unterstützt das Projekt bis Ende 2020 mit rund 420 000 Euro.

Hotline Pflegerechtsberatung bei der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt