Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Nachdem landesweit die Schulen und Kindertagesstätten wegen der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen werden, bietet auch die Stadt Halle eine Notfallbetreuung an. Dafür stehe die "jeweilige Schule, der jeweilige Hort oder die jeweilige Kita zur Verfügung", sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Samstag in Halle. Die Stadt empfehle jedoch ausdrücklich, die Kinder zuhause zu betreuen, um eine Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen.

Zuvor hatte sich Wiegand mit Blick auf Infektionsketten noch gegen eine Notbetreuung ausgesprochen. Derzeit gebe es in der Stadt 13 Fälle von Corona-Infektionen, sagte das Stadtoberhaupt. Rund 300 Menschen befänden sich derzeit in Quarantäne. "Die Infektionszahlen von heute bilden die Ansteckungsfälle von vor zehn Tagen ab", betonte er mit Blick auf die Inkubationszeit der Infektion.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Sachsen-Anhalt ist auf 44 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des Sozialministeriums mit. Damit sind gut zehn Fälle seit Freitagnachmittag hinzugekommen. "Es sind bisher keine schweren Fälle bekannt", heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Wegen der Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 wird das öffentliche Leben in Sachsen-Anhalt aber auch im Rest von Deutschland immer weiter eingeschränkt.

Notbetreuungen für Kinder wurden auch in anderen Städten und Landkreisen im Land eingerichtet. In vielen Fällen ist diese jedoch für Kinder von Eltern, die in bestimmten Berufsgruppen arbeiten. Dazu zählen etwa Sicherheitskräfte, Justiz-Beschäftigte, Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen und medizinisches Personal. Es gibt jedoch Ausnahmen. In Halle oder im Altmarkkreis Salzwedel etwa ist das Angebot eigenen Angaben zufolge nicht an bestimmte Berufsgruppen gebunden. In der Regel informieren die Kommunen auf ihren Internetseiten über entsprechende Angebote.

In vielen Kommunen sind Schwimmbäder, Theater, Museen und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen. Auch Sportvereinen wurde teilweise untersagt, ihre Angebote fortzusetzen. Alle neun Museen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt werden wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis zum 13. April geschlossen. Dadurch soll die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher geschützt werden, teilte die Stiftung mit.

Die Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis haben zahlreiche Angebote abgesagt und wollen in der dadurch freien Zeit Corona-Betroffenen helfen. "Rufen Sie in den Pfarrämtern an, wenn Sie konkrete Hilfe brauchen oder auch nur das Gespräch suchen. Wir sind für Sie da", teilte Superintendent Hans-Jürgen Kant am Samstag mit.