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1. FC Magdeburg: Dominik Ernst blickt auf das schwierigste Jahr seiner Karriere zurück

Dominik Ernst blickt nach seinem Außenknöchelbruch im März 2020 auf das schwierigste Jahr seiner Karriere zurück – und ist umso glücklicher, dass ihm ausgerechnet gegen Duisburg sein erste Treffer für den FCM gelang.

Von Kevin Gehring
Für FCM-Verteidiger Dominik Ernst war 2020 ein schwieriges Jahr. 
Für FCM-Verteidiger Dominik Ernst war 2020 ein schwieriges Jahr.  Foto: Gerrit Wegkamp/imago-images.de

Magdeburg - Mit einem fiesen Tritt begann am 6. März 2020 das bisher schwierigste Jahr in der Profi-Karriere des Dominik Ernst. Der 1. FC Magdeburg gastierte damals beim Drittliga-Tabellenführer MSV Duisburg (0:1), als der Rechtsverteidiger in der 60. Minute wüst von Ahmet Engin gefoult wurde. Während der Duisburger mit Roter Karte des Feldes verwiesen wurde, musste Ernst die Arena auf der Trage verlassen und umgehend ins Krankenhaus.

„Ich habe die Szene gesehen – da stockt einem der Atem“, war damals auch MSV-Trainer Torsten Lieberknecht sichtlich mitgenommen und entschuldigte sich „in aller Form“ für das Vergehen seines Angreifers. Die Diagnose war für den FCM und Ernst niederschmetternd: Außenknöchelbruch. Noch dazu waren Syndosmoseband und Außenband angerissen.

Genugtuung nach Tor-Debüt

Umso größer war die Genugtuung, als der Verteidiger am vergangenen Wochenende ausgerechnet gegen jene Duisburger seinen ersten Treffer für den 1. FC Magdeburg erzielen konnte. „Besser hätte man die Geschichte kaum schreiben können“, sagt Ernst, „schöner wäre es nur gewesen, wenn noch Zuschauer im Stadion gewesen wären.“ Diese hätten ihren „Dodo“ in diesem Moment sicherlich ganz besonders gefeiert.

Schließlich hat sich der gebürtige Gelsenkirchener binnen kürzester Zeit in die Herzen der FCM-Fans gespielt – insbesondere mit seinem einsatzfreudigen und zweikampfbetonten Auftreten. „Ich glaube, dass ich von meiner Art und Weise sehr gut hierher passe“, sagt „Malocher“ Ernst, der die viel zitierten Magdeburger Tugenden verkörpert. Dies tat der Verteidiger aber auch schon vor seiner Zeit an der Elbe. „Es freut mich, dass die Fans das sehen wollen“, sagt der 30-Jährige mit einem Grinsen im Gesicht, „aber es war ja schon immer meine Art.“

Ernst als „wichtiges Element“ im Team

Diese weiß auch FCM-Cheftrainer Christian Titz zu schätzen. „Ich bin froh, dass wir ihn im Kader haben, weil ,Dodo’ ein Spielertyp ist, der enorm über die Mentalität kommt“, erklärt der Übungsleiter und sieht in ihm ein „wichtiges Element für unser Spiel“. Nicht nur, weil Ernst die rechte Außenbahn über die gesamte Spielzeit beackert. Auch die Art, „wie er sich in der Kabine oder auf dem Trainingsplatz als Typ in die Mannschaft einbringt“, hebt Titz lobend hervor.

Ob Ernst dies auch in der neuen Spielzeit im Dienst des 1. FC Magdeburg tun wird, ist final noch nicht geklärt. Der Vertrag des Verteidigers, der im Sommer 2019 vom SC Fortuna Köln an die Elbe gewechselt war, läuft nämlich aus. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Der FCM ist ein fantastischer Verein und ich könnte mir gut vorstellen, hier zu bleiben“, erzählt Ernst. Gespräche über seinen Verbleib sollen zeitnah folgen: „Wir werden sehen, was die nächsten Tage bringen.“

Wir wollen die verbleibenden Spiele so angehen, dass wir unsere Serie ohne Niederlage in die Sommerpause mitnehmen.

Zunächst bringt der heutige Tag ein Auswärtsspiel für die Elbestädter. In Lotte treffen „Dodo“ und der FCM auf den KFC Uerdingen (14 Uhr / MagentaSport) – und wollen dort Geschichtsträchtiges schaffen: Es könnte der sechste Auswärtssieg in Serie werden. Dies gelang in der Drittliga-Historie lediglich dem Karlsruher SC in der Spielzeit 2012/13. Diesen Rekord also können die Blau-Weißen auf der letzten Auswärtsfahrt der Saison einstellen.

FCM-Serie soll weitergehen

Eine solche zusätzliche Motivation wäre aber gar nicht nötig. „Wir wollen die verbleibenden Spiele so angehen, dass wir die Serie ohne Niederlage in die Sommerpause mitnehmen“, erklärt Ernst. „Dafür werden wir auf dem Platz alles Nötige investieren.“ Die Krönung soll dann mit dem Einzug in den DFB-Pokal gelingen: „Das wäre der perfekte Abschluss nach zwei nicht so einfachen Jahren. Das wäre eine Genugtuung für uns alle.“