Fußball

Erster Befreiungsschlag für den FCM

Der Titz-Effekt hat nun auch im Ergebnis seine Wirkung gezeigt - beim ersten Sieg des 1. FC Magdeburg nach sechs Niederlagen.

Köln l Irgendwo im Wald hinter dem Sportpark Höhenberg hatten sich die FCM-Fans versammelt, mit denen Kai Brünker nicht nur seinen persönlichen Treffer, sondern auch den 4:2 (2:1)-Sieg der Magdeburger bei Viktoria Köln feierte direkt nach dem Abpfiff. Nach Andreas Müller (37.) hatte erst der 26-Jährige  (39.), dann Raphael Obermair und dann Baris Atik (79.) zum ersten Erfolg nach sechs Niederlagen in Folge getroffen, während für den Gastgeber Kai Klefisch (19.) und Mike Wunderlich (83.) die Tore markierten. Spieler und Verantwortliche des FCM, ob auf dem Feld oder auf oder vor der Bank, bejubelten inbrünstig den ersten Befreiungsschlag in der Ära Christian Titz, der diesmal auf den am Knöchel verletzten Kapitän Tobias Müller verzichten musste und deshalb Korbinian Burger das Vertrauen schenkte.

Diesen Sieg musste sich auch Coach Titz hart erarbeiten. Drei Begegnungen lang seit seiner Verpflichtung hatte er ein Aufgebot und ein System gesucht, mit dem der FCM den Anforderungen der dritten Fußball-Liga gerecht werden könnte. Schon drei Tage zuvor bei der 0:1-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden hatte er es gefunden, doch gestern Abend wurde die Arbeit belohnt. Oder anders: Der Titz-Effekt hat erstmals auch im Ergebnis seine Wirkung gezeigt.

„Es war ein hartes Stück Arbeit“, erklärte der 49-Jährige in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Der Gegner hat es uns von Anfang an schwergemacht“, ergänzte er. Vor allem in der ersten halben Stunde, „in der unser Matchplan gut aufgegangen ist“, sagte Viktorias Coach Olaf Janßen. In der seine Elf durch den Führungstreffer von Kai Klefisch nach einer Ecke als erste die Weichen auf Sieg stellte. Aber dann „haben wir zweimal extrem schlecht verteidigt“, betonte Janßen. Und Titz erklärte: „Knackpunkt waren die beiden schnellen Tore vor der Halbzeit.“

Durch Andreas Müller nämlich, dessen Treffer ein Doppelpass zwischen Florian Kath und Raphael Obermair und ein Zuspiel des Letzteren vorausgegangen war. Dann durch Kai Brünker eben, der erst von Atik bedient wurde und dann nach einer Drehung gekonnt die 2:1-Führung erzielte. Da waren die vielen Fehlpässe aus der Anfangsphase des Spiels längst vergessen.

Ums Vergessen ging es Titz in den vergangenen Tagen. Immer und immer wieder versuchte er, den Blick seiner Schützlinge auf die vergangenen Wochen so sehr zu vernebeln, bis am Ende nur die Aussicht auf den nächsten Gegner blieb. Und ob der Aussicht, das lang ersehnte Erfolgserlebnis in Köln zu zelebrieren, kamen die Blau-Weißen so schwungvoll aus der Kabine, wie sie diese betreten hatten. Kölns Maximilian Rossmann bewertete den Auftritt des Kontrahenten entsprechend bei Magenta-Sport: „Man hat gesehen, dass Magdeburg keine Kirmestruppe ist. Wir sind teilweise in Schönheit gestorben.“ Und selbst endgültig im hässlichen Abstiegskampf gelandet.

Auch aufgrund des frühen Tores nach dem Wechsel von Obermair: Der 24-Jährige wurde dabei von Kath mit der Hacke bedient und baute mit einem Flachschuss von der Strafraumkante sein Saisonkonto wie übrigens auch Andreas Müller auf fünf Tore aus. Kath selbst hatte vier Minuten zuvor eine Chance vergeben.

Die Kölner legten nun alles in die Waagschale, wobei FCM-Keeper Morten Behrens einmal glänzend gegen Albert Bunjaku parierte. Doch der nächste Treffer fiel auf der Gegenseite, nach einer Flanke von Henry Rorig markierte Atik das Tor zum 1:4. Mike Wunderlich konnte sieben Minuten vor dem Ende per Freistoß nur noch Ergebniskosmetik betreiben.

Dagegen hat der kosmetische Eingriff von Christian Titz die Mannschaft verändert. Der 1. FC Magdeburg kann wieder Fußball. Und Jubel. Jubeln wie Kai Brünker: „Dieser Sieg fühlt sich super an.“