Von Klaus Renner

Halberstadt. Wenn es jemanden gibt, der der Fertigstellung der B 81 von Magdeburg in Richtung Harz entgegenfiebert, dann ist es Fait-Florian Banser. Der Stoßstürmer von Germania Halberstadt, dem Aufsteiger in die Fußball-Regionalliga, lebt mit seiner vierköpfigen Familie in Magdeburg und düst jeden Morgen zu seinem Arbeitsort im Vorharz. Denn der Schreibtisch des 29-jährigen gelernten Versicherungs-Kaufmannes steht am Rande einer Baustelle, dem Halberstädter Friedensstadion. In der Geschäftsstelle der Germania Halberstadt Fußball GmbH ist der in Perleberg geborene Stürmer seit einem halben Jahr "Mädchen für alles", wie er es selbst nennt - täglich bis 17 Uhr, denn erst dann beginnt das Training in dem gepflegten Sportkomplex in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Spiegelsbergen.

Der aus dem Nachwuchs des FCM hervorgegangene Banser, von 2002 bis 2005 für den Verein in der Regionalliga aktiv und mit Drittligaerfahrung bei Eintracht Braunschweig, spielte bereits von 2005 bis 2008 bei Germania Halberstadt. Zuletzt hatte der Rechtsfuß sich bei der Reserve des 1. FC Kaiserslautern verdingt in der Hoffnung, den Sprung in die Bundesliga zu schaffen. "Hätte sich ein Stürmer verletzt, wäre ich der Nachrücker gewesen. Es hat aber nicht geklappt", sinniert Banser und sagt dann über seinen Wechsel im Januar 2011 nach Halberstadt: "Wir haben zu dieser Zeit unsere zweite Tochter bekommen. Und Kaiserslautern ist auch nicht gerade um die Ecke, denn meine Familie ist in Magdeburg geblieben."

Die Alternative, sich dem FCM anzuschließen, habe nicht bestanden, so Banser, der erzählt, "ständig in Kontakt" mit Germania-Trainer Andreas Petersen gestanden zu haben.

Den Ausschlag gab schließlich die berufliche Perspektive des 1,85 m großen Spielers, der seit seinem Wechsel an der Seite des Geschäftsführers der Fußball-GmbH, Hans-Joachim Purfürst, seine berufliche Perspektive gefunden hat. "Ich weiß, was ich in Halberstadt habe. Besser den Spatz in der Hand ...", schmunzelt Banser und bilanziert: "Auch sportlich habe ich alles richtig gemacht, ein halbes Jahr hier gespielt und aufgestiegen. Täglich spüre ich, wie sich der Harzkreis mit unserem Verein identifiziert und wieviel Zuspruch wir in der Region finden."

Obwohl es wegen der Regionalliga-Reform keinen Absteiger geben wird, will Banser in der kommenden Saison "nicht hinten drinstehen". Und um die Germania-Zukunft ist ihm nicht bange, denn "hier schlummert noch so viel Potenzial. Wir müssen uns nicht mit derRegionalliga zufriedengeben."