Magdeburg l Alfred Gislason (59) ist ein absoluter Experte. Kann Handball, kann Menschen und komplette Teams führen. Wie einst den SCM sogar zum Triumph in der Champions League. Was er offenbar nicht kann: Vom Arbeitsamt einen neuen Job bekommen.

Ende Juni läuft Gislasons Trainer-Vertrag bei Handball-Bundesligist THW Kiel aus. Nach elf Jahren und 20 Meistertiteln. „Ich musste mich also arbeitslos melden“, sagt der Erfolgscoach. Was er fristgerecht drei Monate vor Vertragsende tat. Alle reden von Fachkräftemangel - nur beim Arbeitsamt in Kiel offenbar nicht. „Wir können nichts für Sie tun, Sie sind nicht vermittelbar“, hat die zuständige Sachbearbeiterin fröhlich verkündet. Sagt Gislason. Und nun?

Der gebürtige Isländer geht zurück in seine zweite Heimat. Ins Dörfchen Wendgräben bei Burg, wo er seit seiner Zeit beim SCM ein Häuschen besitzt. Vielleicht klappt es ja hier mit einem Job. Gislason: „Wenn nicht, mache ich eine Umschulung zum Brennmeister“ – also zum Schnapsexperten. Da kann er sich die Situation dann wenigstens schöntrinken.