Magdeburg l Bei Bennet Wiegert, Trainer des SC Magdeburg, fiel am Sonnabend nach der Partie gegen den TSV Hannover-Burgdorf (33:25) eine enorme Last ab. Die vergangenen Wochen hatten es in sich: erst die Horror-Verletzung von Matthias Musche (Knie), dann der Ausfall von Magnus Gullerud. Im Dezember noch ein erschöpfendes Programm mit acht Spielen in knapp vier Wochen. „Es war anspruchsvoll – es kam so viel zusammen“, sagt Wiegert. Während die Nationalspieler ihren Fokus nun schon auf die Weltmeisterschaft in Ägypten (14. bis 31. Januar) richten, darf Wiegert endlich den Kopf abschalten, die Zeit mit seiner Familie verbringen und sich mit anderen Dingen außer Handball beschäftigen. „Sie können mir glauben, dass ich jetzt die zwei freien Wochen brauche“, sagt der SCM-Coach. „Das fühle ich gerade so, wie ich es in den letzten Jahren nicht gefühlt habe.“

Wiegert: "Wir sind gewachsen"

Wichtig dürfte Coach Wiegert sein, dass er nun auch mit einem zufriedenen Empfinden in die Winterpause gehen darf. Denn Ende November sah es bei den Magdeburgern noch recht düster aus: In der Bundesliga hatte das Team gegen den TVB 1898 Stuttgart, die Rhein-Neckar Löwen und den SC DHfK Leipzig verloren – und vor allem die Niederlage im Ostderby saß tief. Die internationalen Tabellenränge schienen außer Reichweite. Stolz macht es Magdeburgs Trainer, wie seine Mannschaft mit denRückschlägen umgegangen ist und im Dezember noch einmal die Kräfte gebündelt hat – sieben der acht Spiele konnte der SCM für sich entscheiden. „Mental war es für alle anspruchsvoll“, sagt Wiegert und meint damit auch die Tatsache, immer wieder vor leeren Rängen spielen zu müssen. „Aber wir sind damit gewachsen, wir haben eine Routine reinbekommen, sind immer besser damit zurechtgekommen. Gerade was wir im Dezember gemacht haben, macht mich stolz und da muss ich auch dankbar für die Mannschaft sein.“

Dankbar ist der 38-Jährige auch dafür, dass die Spieler ihre Konzentration trotz der heranrückenden WM bis zuletzt hochgehalten haben. „Da gibt es dann auch diesen Reisestress - wie komme ich weg, wie gehen meine Flüge, wie kann ich unter Corona reisen, welche Tests brauche ich“, erklärt Wiegert. „Ich habe versucht, dort gegenzusteuern.“ Erfolgreich – wie sich am vergangenen Sonnabend zeigte. Der SCM ging von Beginn an konzentriert zu Werke und konnte das Spiel schon in der Anfangsphase in sichere Bahnen bringen. So gelang ein erfolgreicher Abschluss eines Jahres „mit Höhen und Tiefen“.

Am 6. Februar gegen Flensburg

Wer nun auf die Tabelle blickt, sieht den SCM bereits auf Platz fünf wieder an den internationalen Rängen (ab Platz vier) kratzen. Eine erfreuliche Entwicklung – die Wiegert zuversichtlich auf 2021 blicken lässt. Am 8. Januar wird er die Nicht-Nationalspieler zum ersten Corona-Test begrüßen. Nach einem erneuten Test steht dann am 11. Januar das erste Training auf dem Plan. Ende Januar werden die Nationalspieler – je nach Verlauf des Turniers – zu unterschiedlichen Zeiten wieder zur Mannschaft stoßen.

„Ich freue mich auf das, was wir mit der Mannschaft erreichen können“, sagt Wiegert, „denn ich sehe das Talent.“ Sollte der Januar ohne Corona-Fälle vonstattengehen, kommt es am 6. Februar gleich zum Kracher gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt.