Magdeburg l Seinen Humor hat Matthias Musche selbst nach der niederschmetternden Verletzungsdiagnose nicht verloren. „Vor genau fünf Jahren habe ich mich im November auch am linken Knie verletzt. Deshalb werde ich für 2025 wohl schon mal einen OP-Termin reservieren“, sagt der Linksaußen des SC Magdeburg mit seiner gewohnt lockeren Art. Damals fiel er mit einem Innenbandriss rund vier Monate aus. Jetzt droht ihm geschätzt eine Pause von einem Jahr. „Es ist ja leider nicht nur das Kreuzband gerissen. Da sind im Knie noch ein paar andere Sachen kaputt“, verrät Musche, der schon am morgigen Dienstag in Innsbruck operiert wird.

Sofort etwas gespürt

Als Musche beim 31:33 des SCM gegen die Rhein-Neckar Löwen am vergangenen Mittwoch kurz vor Schluss bei einem Kempa-Trick unglücklich im gegnerischen Kreis landete, wusste er sofort, dass er sich da nicht nur etwas geprellt hat. Musche: „Ich habe gleich gespürt, dass der Oberschenkel nicht mehr richtig auf dem Unterschenkel sitzt und da nicht nichts sein kann.“

Ob das Spiel hätte überhaupt stattfinden dürfen, ob aufgrund der ganzen Corona-Thematik die Konzentration ein bisschen gelitten hat, ist für Musche alles müßig. „Es ist passiert, dass lässt sich jetzt nicht mehr ändern. Da denke ich auch nicht mehr groß drüber nach. Wenn, vielleicht, hätte – das bringt doch alles nichts. Ich lasse jetzt alles auf mich zukommen, weiß natürlich, dass da eine anstrengende Zeit vor mir liegt. Denn das ist eine völlig neue Erfahrung für mich. Aber vielleicht macht die mich noch stärker.“

Viele Nachrichten auf dem Handy

Richtig gutgetan haben dem 28-Jährigen die vielen Nachrichten, die er geschickt bekam. Musche: „Mein Handy stand kaum still. Gefreut habe ich mich vor allem darüber, dass sich auch viele Leute gemeldet haben, mit denen ich gar nicht so engen Kontakt hatte. Das zeigt mir, dass man geschätzt wird und den Leuten nicht egal ist. So etwas macht auf jeden Fall Mut.“

Wellenbad der Gefühle

Komplett locker nimmt auch ein cooler Typ wie Musche so etwas nicht. „Ich erlebe derzeit schon ein gewisses Wellenbad der Gefühle. Als ich nach der Untersuchung zu den Jungs in die Halle gefahren bin, war vieles entspannt. Aber abends zu Hause ist mir dann natürlich auch schon die Schwere der Verletzung bewusst geworden. Trotzdem liege ich jetzt nicht da und heule den ganzen Tag“, erzählt Musche, der bis zur Operation sogar auf Krücken verzichtet: „Die muss ich danach noch lange genug tragen und verliere auch dadurch an Muskulatur.“

Klarer Comeback-Plan

Der Linksaußen denkt schon an die Zeit danach. Musche: „Nach der Operation werde ich noch ein bisschen Schmerzen haben. Aber ich freue mich auch schon darauf, wenn es dann von Tag zu Tag bergauf geht und die Genesung Fortschritte macht.“ Als frischgebackener Papa wird er sicher auch bei seinem kleinen Söhnchen die nötige Ablenkung finden. Musche: „Auf jeden Fall. Aber als verletzter Spieler hat man definitiv sogar noch weniger Zeit für die Familie. Ich muss dann von Arzt zu Arzt, von Kontrolle zu Kontrolle, habe Behandlungen und ein hartes Rehaprogramm. Und bei den Spielen meiner Jungs will ich auch regelmäßig dabei sein. Da wird mein Terminplan also ordentlich gefüllt sein.“

Wiegert glaubt fest an Musche

Fest überzeugt von Musches Comeback ist auch sein Trainer. „Dass er uns sehr fehlen wird, ist völlig klar. Aber ich denke bei so einer Verletzung nicht zuerst aus Vereinssicht, sondern mir tut es persönlich unheimlich leid für ihn. Er war gut drauf, ist ein absoluter Teamplayer und muss sich jetzt alleine zurückkämpfen. Aber Sorgen mache ich mir nicht. Matze ist ein Kämpfertyp. Der schafft das und kommt richtig zurück“, sagt Bennet Wiegert.