Fußball FCM-Sportchef Kallnik äußert sich im Volksstimme-Interview zur Saison 2013/14

"Im oberen Tabellendrittel etablieren"

05.06.2013, 01:21

Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg hat die Weichen für die neue Saison 2013/14 gestellt. Volksstimme-Redakteur Uwe Tiedemann sprach darüber mit Sportchef Mario Kallnik (38).

Volksstimme: Der FCM hat das Spieljahr 2012/13 mit Platz sechs und dem Landespokalsieg recht erfolgreich abgeschlossen. Wie lautet die Zielsetzung für die neue Saison?
Mario Kallnik: Wir wollen uns im oberen Tabellendrittel etablieren. Einher geht damit die Stabilisierung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Mannschaft. Außerdem muss mehr Konstanz in den Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner her.

Volksstimme: Wer zählt aus Ihrer Sicht zu den Favoriten?
Kallnik: Klarer Favorit ist für mich Carl Zeiss Jena, gefolgt vom FSV Zwickau. Auch die U 23 von Hertha BSC wird nach dem Bundesliga-Aufstieg der Profis eine größere Rolle spielen als bisher.

Volksstimme: Was ist mit Vereinen wie dem Berliner AK oder Drittliga-Absteiger SV Babelsberg?
Kallnik: Der BAK hat durch zahlreiche Abgänge Federn lassen müssen, Babelsberg ist im Umbruch und daher schwer einzuschätzen.

Volksstimme: Wie erleichtert sind Sie, dass RB Leipzig endlich den Sprung in die 3. Liga geschafft hat?
Kallnik: Die Liga wird dadurch natürlich wesentlich spannender und unberechenbarer. Schade allerdings, dass uns in Zukunft ein richtiger Zahltag verloren geht (die fast 11 000 Zuschauer gegen RB am 11. November 2012 waren der mit Abstand beste Besuch in der MDCC-Arena/d. Red.).

Volksstimme: Sind für 2013/14 noch weitere Transfers geplant?
Kallnik: Das lässt sich im Moment noch nicht abschließend beantworten. Wir haben derzeit 21 Spieler unter Vertrag, maximal 23 sollen es werden. Noch nicht unterschrieben haben Maik Koschwitz und Fabian Burdenski. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass wir noch einen weiteren Neuzugang verpflichten, der allerdings - das kann ich schon jetzt sagen - kein Kracher sein wird.

Volksstimme: Wie sieht die Zukunft von Fabio Viteritti aus, der immer wieder mit anderen Clubs in Verbindung gebracht wird?
Kallnik: Mal ist es Schalke, mal RB Leipzig. Dieses ständige Gerede hat dem Jungen nicht gut getan. Er will eigentlich nur eins, nämlich guten Fußball spielen - und verkrampft. Fakt ist: Bislang ist niemand an uns herangetreten.

Volksstimme: Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen hat nach seinem Topeinstand beim FCM auch Stürmer Christian Beck geweckt.
Kallnik: Das ist in diesem Geschäft doch ganz normal. Wir werden uns frühzeitig mit ihm zusammensetzen, um eine Vertragsverlängerung über 2014 zu erreichen. Wenn natürlich ein höherklassiger Verein Interesse zeigt und darüber hinaus mit mehr Geld lockt, wird es für den FCM schwer, ihn zu halten. Ich sage aber auch: Sollte uns Christian eines Tages verlassen, werden wir eine andere Lösung anbieten.

Volksstimme: Veränderungen gibt es auch im Trainerstab, wo Danny König Frank Windelband als Assistent ablöst. Bleibt es dabei?
Kallnik: Es kann durchaus passieren, dass wir noch einen hauptamtlichen Torwarttrainer einstellen, der dann allerdings nicht nur für die erste Mannschaft eingesetzt wird.

Volksstimme: Was wird aus dem jetzigen Torwarttrainer Christian Beer?
Kallnik: Christian hört bei uns auf. Er hat sein Studium beendet und wird eine Referendariatsstelle außerhalb Magdeburgs antreten.

Volksstimme: Im Nachwuchsleistungszentrum wollten Sie ebenfalls Umbesetzungen vornehmen.
Kallnik: Was auch geschieht. Neuer A-Jugendtrainer für Martin Hoffmann, der auf eigenen Wunsch ausscheidet, wird der bisherige B-Jugendcoach Ronny Thielemann. Dessen Amt übernimmt Dieter Hausdörfer, bislang für die C-Junioren zuständig. Ziel muss es sein, mit der A- und B-Jugend in die Bundesliga aufzusteigen, damit den Jungs auf höchster Ebene eine Perspektive geboten wird und sie nicht abwandern.

Volksstimme: Der Etat betrug in der abgelaufenen Saison 2,49 Millionen Euro. Um wie viel wird er jetzt angehoben?
Kallnik: Er wird gemindert. Wir kalkulieren mit 2,38 Millionen Euro. Ganz wichtig: Dabei handelt es sich um den Gesamtetat. Wir müssen bekanntlich noch Schulden abbauen, haben durch Umverteilung von Geldern und Umstrukturierungen einen kleinen Schritt geschafft und trotzdem die Qualität gesteigert. Der Etat ausschließlich für die erste Mannschaft lag bei rund einer Million Euro und wird leicht angehoben.

Volksstimme: Und mit welchem Zuschauerschnitt plant der Club?
Kallnik: Nach kalkulierten 3500 in der vergangenen Saison - real 5300 - sind es künftig 4400. Wir setzen darauf, dass, wenn die Mannschaft oben mitspielt, das Interesse automatisch steigt.

Volksstimme: Wann kann der FCM Liga drei anpeilen?
Kallnik: Eine Saison ist jetzt rum, also in zwei bis vier Jahren.

Volksstimme: Auf den Punkt gebracht: Wie lautet Ihr Grundtenor für 2013/14?
Kallnik: Ich bin vorsichtig optimistisch.