Gommern l Weil Fabian Dunker am Sonnabend nicht zum Mannschaftskreis kommen konnte, kam dieser eben zu ihm. Nachdem der Rechtsaußen des SV Eintracht Gommern bei einem Wurf in der Schlussphase des Heimspiels gegen die HSG Altmark West auf dem Fuß seines Gegenspielers Maximilian Kleist umgeknickt war, drohten die Feierlichkeiten auf dem Spielfeld nach dem 33:29 (12:13)-Heimsieg ohne den Youngster zu starten. Doch statt den humpelnden Mitspieler sich selbst in der anderen Spielfeldhälfte zu überlassen, verlagerte sich die Gommeraner Jubeltraube kurzerhand um den 19-Jährigen herum.

Diese Alle-für-einen-Mentalität spielte auch in den vorangegangenen 60 Minuten eine entscheidende Rolle. Denn als die Eintracht in der zweiten Hälfte Leidenschaft und Teamgeist wiederfand, blieben zwei bereits verloren geglaubte Zähler doch noch an der Ehle. „Es war ein absolutes Kampfspiel, das ebenso gut unentschieden hätte enden können. Letztlich sind wir über die Emotionen zurück ins Spiel gekommen“, fasste Trainer Sebastian Munter zusammen.

Vom Weg abgekommen

Nachdem die Gommeraner über die Zwischenstopps 3:0 (6.) und 5:2 (10.) eine starke Anfangsviertelstunde gezeigt hatten, konnte auch bis zur Pause nicht von einem blutleeren Auftritt die Rede sein. Die Emotionen waren nur falsch kanalisiert: „Wir haben angefangen, uns mit den Schiedsrichterentscheidungen und allen anderen Dingen außer dem Handballspielen zu beschäftigen. Die HSG hat es dann auch gut gespielt und völlig verdient geführt.“

Mit spielerisch feiner Klinge und angeführt von den beiden Rückraum-Kanonieren Philipp Seiler (14 Treffer) und Philipp Gürtler (zehn) erarbeiteten sich die Altmärker halbzeitübergreifend ein Vier-Tore-Plus (17:13), ehe Munter zur letztlich wirkungsvollen Auszeit bat (34.). Dabei zahlte sich nicht nur der Torhüterwechsel auf Marcus Sindermann aus, der sechs Paraden in der zweiten Hälfte zeigte, vor allem im Angriff fand die Eintracht nun in die Spur. Aufbauend auf eine starke Vorstellung von Regisseur Alexander Schäde (acht Treffer) „sind wir konsequent die zweite Welle gelaufen und haben dann bei besserer Chancenverwertung auch die Tore gemacht“. Die Gäste, die zunehmend Probleme mit der Rückwärtsbewegung hatten und im Angriff fahrig wirkten, wurden so über die Stationen 22:22 (45.) und 29:24 (52.) in die Knie gezwungen.
Gommern: Hartung, Sindermann – Söder (2), Einwiller, Schröder (4), Prokop, Schäde (8/1), Stahlhut, Dunker (2), Liebich (3), Kaese (7), Lindner (7)
HSG Altmark West: Kropf, Gutzeit - Gürtler (10), Fehse, Röscher, Günther, Hübener, Leder (1), Seiler (14/5), Hesse, Kleist (4), Krause
Siebenmeter: SVE 2/1 – HSG 6/5; Zeitstrafen: SVE 3 – HSG 4