Jerichower Land l „Da wird unser Vereinschef einen Jubelsprung machen“, sagte Kerstin Hasse beim Festakt zur Verleihung des bronzenen Sportsterns in Burg. Bankvorstand Stefan Hildebrand und Prokuristin Nordica Kühne überreichten die Trophäe an das Duo Andrea Müller und Kerstin Hasse. Die beiden Vorstandsmitglieder der KSG Fläming hatten zuvor ihr eingereichtes Projekt vorgestellt. Eine Besonderheit dieser Gemeinschaft am Rande des Landkreises ist die Tatsache, dass Sport- und Heimatverein vor einigen Jahren fusionierten und damit ihre Kräfte bündelten. Unter den Bewerbungen setzte die Jury Lübars an die Spitze vor dem Reitverein Schlagenthin, der SG Blau-Weiß Niegripp und der Schützengilde Burg von 1810.

500 Einwohner, acht Sportabteilungen

Im 500-Einwohner-Dorf Lübars zählt die KSG Fläming stolze 138 Mitglieder. „Wir haben acht Sportabteilungen“, erzählt Kerstin Hasse. Stark vertreten sind die Tischtennis-Spieler, die das Sportstern-Sieger- Projekt eingereicht hatten. Darin geht es um eine Kooperation mit der Grundschule Möckern beziehungsweise dem dazugehörigen Hort sowie mit der Sekundarschule Möckern. Geformt hat Marco Herbort daraus zwei Kinder- und Jugend-Sportgruppen, die regelmäßig in Lübars und Möckern trainieren.

Dotiert ist der bronzene Stern des Sports auf Landkreis- ebene mit 500 Euro zur Unterstützung der Vereinsarbeit. Denn: „Sport ist nicht nur Schweiß und Muskeln, sondern auch ein reges Vereinsleben - eng verbunden mit dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder“, sagte Nordica Kühne.

Die KSG Fläming folgt auf Vorjahressieger Wassersportfreunde Burg. Qualifiziert hat sich Lübars mit diesem Erfolg für die Auswahl zum Sport- stern in Silber, der auf Landesebene in Magdeburg gekürt wird - inklusive einer 2500-Euro-Prämie. Der Sachsen-Anhalt-Sieger ist für den goldenen Sportstern qualifiziert, hat damit die Chance auf 10.000 Euro. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagte Jury-Vorsitzender Lars-Uwe Matthias bei der Auszeichnungsveranstaltung. Bundesweit werden die Sterne des Sports an Vereine verliehen, die sich in ihrer Region über das normale Breitensportprogramm hinaus mit besonderen Angeboten nachhaltig engagieren und damit einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.

Außergewöhnlicher Projekttag

Der zweite Platz ging an den Reit- und Fahrverein Schlagenthin, der seinen Mitgliedern und weiteren Interessierten im Dorf einen unvergesslichen Nachmittag schenkte - ein Projekttag zum Thema Toleranz und Respekt in Zusammenarbeit mit dem Black Belt Center in Genthin. Der Verein für charakterbildende Kampfkunst von Frank Müller vermittelt seinen Mitgliedern das traditionelle Teakwondo. Unter anderem gestaltete Müller ein Gruppentraining. Zum Inhalt gehörten verschiedene Taktiken zum Thema Gewalt gegen Kinder. „Auf diesen Ansatz lässt sich aufbauen, weitere Projekte werden folgen“, sagte Vereinsvorsitzender Harry Czeke.

Über Platz drei freute sich die SG Blau-Weiß Niegripp. Zu den 1000 Niegripper Einwohnern gehören 400 Mitglieder der Sportgemeinschaft an, das ist eine beachtliche Quote. Damit das auch so bleibt, kümmert sich die Gemeinschaft intensiv um die Jugend. Vor zwölf Jahren ist das Projekt Vorschulsport gestartet: „Hier werden die Kinder noch nicht sportart-spezifisch beschäftigt, sondern können ihre Talente in alle Richtungen entfalten“, erklärt Bernd Mittelstädt. Erst später können sich die Kinder für eine Sportart entscheiden - Fußball zum Beispiel oder Kanu.

Immerhin: Mittelstädt zufolge haben einige Kanu-Landesmeister aus Niegripp ihre ersten Schritte im Vorschulsport vollzogen. Zu den Übungsleiterinnen gehört Sieglinde Wust, die sich um die kleineren Kinder kümmert. Grisula Lapke und Kornelia Lautenschläger arbeiten mit den Kindergartenkindern zwischen vier und sieben Jahren. Letztere hatte das Projekt einst gegründet. Grisula Lapke stieß vor einigen Jahren als Elternteil dazu: „Mein Kind war damals vier Jahre alt und trainierte in einer Burger Gruppe, die sich auflöste. So sind wir in Niegripp gelandet.“ Im vergangenen Jahr hat sie das Amt der Frauenwartin beim Kreissportbund von Brigitte Kabelitz übernommen.

Airsoft-Schießsport ist im Kommen

Die Burger Sportschützen (Platz vier) wollen sich von Traditionen lösen und neue Wege in der Vereinsarbeit gehen. „Unsere Waffen sind reine Sportgeräte“, erklärt Fekix Willy. Der Schießsportleiter der 1990 wiedergegründeten Schützengilde steht mit seinen Mitstreitern für eine neue Schießsport-Generation: „Der traditionelle Schießsport auf Zielscheiben ist den meisten Leuten zu eintönig. Wir wollen den Airsoft-Schießsport in der Region etablieren, und damit junge Leute von der Straße wegholen“, sagt Felix Willy. Offensichtlich mit Erfolg: Der Verein hat aktuell 45 Mitglieder, Tendenz steigend. Außer ihn kümmern sich fünf weitere Übungsleiter um das Training in den Kategorien Bogen, Armbrust, Lasergewehr, Klein- und Großkaliber sowie Trapp. Nämlich Gerald Huhn, Steven Opitz, Dennis Engel sowie die Zwillinge Lisa und Lissy Willy. Den Airsoft-Schießsport trainieren die Vereinsmitglieder auf einer speziellen Anlage in Mahlwinkel bei Tangerhütte.