Halberstadt l Es sollte wohl so sein, dass er mit neuer „Energie“ aus dem Breisgau in den Vorharz zurück reiste. Dort, beim Bundesligisten SC Freiburg, durfte er am letzten Sonnabend seinen Sohn Nils mit der Medaille zum Tor des Monats auszeichnen. Für den Petersen-Sohn kam die Profikarriere vor neun Jahren beim morgigen Gegner des Vaters so richtig in Fahrt. „Das ist alles sehr erfreulich“, so Andreas Petersen, „man ist stolz, das war etwas Besonderes“. Der 57-Jährige ist aber nicht der Typ, der seiner Mannschaft von diesen Ausflügen zum Sohn detailliert berichtet. Und doch spürt das Team, das der Trainer etwas verändert auftritt. Noch entschlossener, noch motivierter, noch enthusiastischer sei der Trainer aufgetreten, heißt es.

Weil die Cottbuser über eine Rasenheizung verfügen, wird die Regionalliga-Partie zu 99 Prozent ausgetragen. Das wiederum machte den Trainingsablauf in dieser Woche einfacher. „Alle haben zielstrebig gearbeitet“, so der Coach, „jetzt wollen wir mit Lockerheit, Selbstbewusstsein und dieser Zielstrebigkeit in Cottbus auftreten“.

Energie favorisiert

Gegen den Top-Meisterschaftskandidaten, der FC Energie ist in 21 Spielen noch ungeschlagen, steht 18 Zähler vor dem Zweiten und hat ein Torverhältnis von 50:6, kann die Germania nur gewinnen. Das weiß man spätestens seit dem Hinspiel, als es vor eigenem Publikum 0:5 hieß. „Man zieht seine Lehren daraus“, zeigte sich Petersen einsichtig, dass er seine Elf im September 2017 wohl etwas zu forsch eingestellt hatte. „Wir wollten mutig auftreten, anfangs ist das gut gelungen. Cottbus hat dann aber eine Wahnsinnseffektivität gezeigt, schon beim 0:3 war das Ding gegessen. Wir wurden brutal ausgekontert. Ich kann aber versichern: Wir werden uns morgen auch nicht nur hinten rein stellen. Wir streben eine gute Mischung aus Offensive und Defensive an.“

Petersen erwartet einen extrem motivierten Gastgeber, da dieser die ersten beiden Spiele des Jahres „nur“ remis spielte. „Die Jungs werden Schaum vor dem Mund haben. Sie werden uns verschlingen wollen. Wir freuen uns auf eine große Kulisse, aber mit dem Wissen im Hinterkopf, dass wir auswärts noch nicht enttäuscht haben. Es ist ein besonderes Spiel, dafür tritt man als Fußballer an.“