Halberstadt l Mit einem 3:2-Sieg im Harzderby gegen den FSV Wacker Nordhausen feierte die Elf von Trainer Sven Körner den ersten Punktspielsieg seit dem 1. November und schob sich vor den letztmöglichen Abstiegsrang.

Mit dem dritten Saisonsieg, den annullierten 1:0-Auswärtserfolg beim insolventen FC Rot-Weiß Erfurt außen vor gelassen, zogen die Halberstädter in der bereinigten Tabelle am FSV Optik Rathenow vorbei und gleichzeitig auch die Nordhäuser mit in den Abstiegsstrudel hinein.

Körner hält am System fest

Trainer Sven Körner schickte seine Elf im zuletzt bewährten 5-2-3-System auf’s Spielfeld. Für den gesperrten Luca-Falk Menke rückte Patrik Twardzik zurück in die Innenverteidigung, Kimbyze-Kimby Januario nahm dessen Platz in der Dreier-Angriffsreihe ein. Auch der FSV Wacker schickte trotz der 13 Winterabgänge ein namhaftes Team auf den Rasen, mit den beiden Ex-Germanen Philipp Blume und Florian Beil standen auch zwei „alte Bekannte“ in der Startelf.

Korsch trifft zur Führung

Die etwa 450 Zuschauer, darunter zahlreiche Wacker-Anhänger, sahen zu Beginn ein Harzduell auf Augenhöhe. Nordhausen hatte durch Eckbälle und weite Einwürfe erste Offensivaktionen, etwas gefährlicher wurde es beim Dis­tanzschuss von Lucas Stauffer (15.). Auf Seiten der Heimelf zielte Elias Löder beim ersten Schuss noch deutlich zu hoch, bei der nächsten Chance jubelten die Germania-Fans. Pascal Schmedemann spielte einen starken Pass durch die Schnittstelle der Viererkette, Stefan Korsch behielt völlig frei vor Josip Jokanovic die Nerven und schob zur 1:0-Führung ein (17.).

In der Folge zeigte sich Nordhausen um ein offensiveres Spiel bemüht, Germania stand jedoch sicher und ließ bis auf einen Kopfball von Felix Müller nach Eckstoß keine Tormöglichkeit zu. Doch ebenso wie die Einheimischen, nutzten auch die Nordhäuser nach 39 Minuten ihre erste klare Chance zum Tor. Nach einem abgewehrten Freistoß flankte Lucas Stauffer das Leder erneut ins Zentrum, Kapitän Nils Pichinot drückte das Leder am langen Pfosten zum 1:1 über die Linie. Kurz vor der Pause hatten die nun deutlich aktiveren Halberstädter die Chance zur erneuten Führung, nach schönem Zusammenspiel von Batikan Yilmaz und Kimbyze-Kimby Januario wurde der einschussbereite Stefan Korsch im Sturmzentrum geblockt (45.).

Vilmaz trifft nach Wiederanpfiff

Nach Wiederanpfiff erwischte der VfB Germania einen Traumstart: nach Steilpass von Korsch behinderte sich die Wacker-Verteidigung gegenseitig, Batikan Yilmaz war auf und davon und schoss die Hausherren wieder mit 2:1 in Front. Die Halberstädter waren nun deutlich besser im Spiel, dem dritten Treffer in der Folge unter anderem bei einem Schlenzer von Batikan Yilmaz näher als die Thüringer dem Ausgleich. Der nächste Torjubel war aber auf Seiten des Wacker-Anhangs. Nach einem Konter brachte Junge-Abiol den Nordhäuser Carsten Kammlott im Strafraum zu Fall, Felix Müller versenkte den Elfmeter zum erneuten Ausgleich (64.).

Auch von diesem Rückschlag ließen sich die Nordharzer nicht entmutigen, die Germania spielte weiter nach vorn und hatte durch Stefan Korsch und Benyas Solomon Junge-Abiol eine Doppelchance (74.). Trainer Sven Körner erhöhte mit zwei offensiven Wechseln das Risiko, nur wenig später scheiterte Junge-Abiol mit schönem Schlenzer an Jokanovic.

Joker Aral markiert Siegtreffer

Nachdem auf der anderen Seite Michael Ambrosius gegen den eingewechselten Paul-Hans Kircher auf der Linie rettete, wurde das Risiko der Heimelf doch noch belohnt. Stefan Korsch setzte sich mit starker Einzelleistung auf der linken Außenbahn durch, seinen Rückpass schob der eingewechselte Ibrahim Mirza Aral zum umjubelten 2:1-Siegtor ins Netz (85.).

„Momentan ist es so, dass wir das Spielglück ein bisschen auf unserer Seite haben, die Jungs als Mannschaft aber auch gut geschlossen arbeiten. Daher glaube ich, dass wir auf einem guten Weg sind“, lobte Trainer Sven Körner sein Team.

Statistik

VfB Germania Halberstadt: Sowade - Junge-Abiol, Ambrosius, Schmedemann, Twardzik, Wenzel (76. Popowicz) - Löder (76. Aral), Kanther - Korsch, Yilmaz, Januario (52. Hübner);

FSV Wacker Nordhausen: Jokanovic - Schneider, Müller, Blume, Stauffer - Andacic (46. Pfingsten-Reddig), Schwerdt (89. Meitzner), Kores - Beil, Pichinot (83. Kirchner), Kammlott;

Torfolge: 1:0 Stefan Korsch (17.), 1:1 Nils Pichinot (38.), 2:1 Batikan Yilmaz (48.), 2:2 Felix Müller (64. Foulstrafstoß), 3:2 Ibrahim Mirza Aral (85.);

Schiedsrichter: Richard Hemel (Großnaundorf);

Zuschauer: 445.