Magdeburg l Nach einer langen Nacht in Mainz hatte Martin Liebold gestern 300 Nachrichten auf dem Handy. Glückwünsche von den Daumendrückern aus der Heimat. „Ich wurde regelrecht zugespamt“, erzählt der Fußballer des MSC Preussen und lacht. Die Rückfahrt nach Magdeburg nutzte er also, um peu à peu alle zu beantworten. Und, um Schlaf nachzuholen. „Ausgeschlafen bin ich nicht, aufgestanden trifft’s eher.“

Es ging um 25000 Euro

Die Enttäuschung nach dem verlorenen Finale im Torwandschießen im ZDF-Sportstudio (Volksstimme berichtete) ist zu diesem Zeitpunkt schon etwas verflogen: „Alles cool, das gehört zum Sport dazu“, sagt Liebold. Im Vorentscheid konnte er sich noch gegen zehn weitere Kandidaten durchsetzen, im großen Finale scheiterte er dann an Hendrik Mühlenbein, Kicker vom FSV Bad Wünneberg/Leiberg aus Nordrhein-Westfalen.

„Die Finalteilnahme an sich war ja schon das i-Tüpfelchen“, erzählt Liebold, „nur wenn du als Sportler in einer Endrunde stehst, dann willst du natürlich auch gewinnen. Nicht aus finanziellen, sondern vielmehr aus Prestige-Gründen. Das Ding wollte ich natürlich nach Hause bringen.“

Großes Drama im Halbfinale

Vor allem, weil auch das Halbfinale schon kaum an Spannung zu überbieten war. Zweimal musste Liebold ins Stechen. Denn während Mühlenbein mit vier Treffern schnell als Finalist feststand, trafen Liebold und zwei weitere Teilnehmer je dreimal. Den Dreikampf konnte keiner für sich entscheiden, Liebold und einer seiner Konkurrenten trafen wieder je dreimal. Also ging es ins zweite Stechen. Da setzte sich Liebold dann durch. „Mit neun Treffern in der Vorrunde bin ich eben Vize-Meister geworden“, kann Liebold seiner Niederlage trotzdem etwas Positives abgewinnen.

Und die Chance auf eine Wiederholung hätte er ja durchaus, sofern ihm in der kommenden Saison erneut ein sehenswerter Treffer gelingt, der ihn ins Sportstudio befördert. „So eine Chance gibt es in der Fußballer-Laufbahn aber eigentlich nur einmal“, sagt Liebold dazu, „außerdem kann ein zweiter Anlauf diese Erfahrung kaum toppen. Und wer weiß, wie lange ich überhaupt noch aktiv bin, immerhin bin ich ja auch schon 34 Jahre alt. Meine Sportstudio-Karriere ist also fürs Erste abgehakt.“

Party in Mainzer Club-Szene

Wobei sich nach dem Sonnabend durchaus eine ganz andere Karriere-Option für Liebold auftun könnte. Mit einem Augenzwinkern berichtet er nämlich, dass Sportstudio-Gast Stefan Kuntz, U-21-Nationaltrainer, ja noch nach Spielern für Olympia 2020 Ausschau halte. „Einige meiner Konkurrenten hatten schon gewitzelt, dass er mich vielleicht nominiert, wenn ich alle sechs Bälle reinschweiße“, berichtet er.

Das hat nun nicht geklappt. „Dafür sind wir in die Mainzer Club-Welt abgetaucht. Und der Sieger hat eine Runde ausgegeben“, sagt Liebold. Ein versöhnlicher Abschluss also.