1:0 hat Fußball-Verbandsligist 1. FC Lok Stendal am Mittwochabend vor nur 148 zahlenden Zuschauer gewonnen. Aber derzeit hat Lok ein großes Problem. Oder doch nicht?

Stendal l "Ja." Trainer, Betreuer, Spieler und natürlich auch Torwart John Ziesmann rissen nach dem Abpfiff vom guten Schiedsrichter Mike Weiß (Sülzetal) die Arme hoch.

Javell ist weg, Ronneburg noch verletzt

Der etatmäßige Lok-Keeper ist erst 17 Jahre alt und nicht nur die Nummer eins, sondern auch der einzige Mann im Lok-Dress, der gelernt, zwischen den Aluminium-Pfosten stehen kann.

"Wir dachten, André wird wieder fit"

Die Stendaler sind in die Saison mit zwei Keepern gegangen. Doch: der eine ist weg (Konrad Javell), der andere (André Ronneburg) noch verletzt. "Wir dachten, André wird nach der Winterpause wieder fit, deshalb haben wir uns um keinen anderen Keeper bemüht", erklärt Lok-Trainer Thomas Schulze. Stendal hat aus der Not eine Tugend gemacht. Ein 17-Jähriger erhielt seine Chance.

"Lok hat mich gefragt, ich habe zugestimmt, es macht mir mit der Mannschaft großen Spaß", erklärt Ziesmann, der mit fünf Jahren bei Lok angefangen hat und jetzt viermal die Woche trainiert.

Zwar wurde er gegen die Preussen nicht im Minutentakt geprüft, aber wenn er gebraucht wurde, war der Jungspund da.

Besonders in der 73. Minute: Lok führt gerade 1:0 (Torschütze Sven Körner: "Ich glaube, ich habe zwei Jahre nicht getroffen"), als Magdeburg einen Freistoß an der Strafraumgrenze zugesprochen bekommt. Christopher Birke schlenzt den Ball gefühlvoll um die Mauer, genau ins Toreck. Ziesmann taucht runter und lenkt das Leder um den Kasten: super gemacht, Ausgleich verhindert - Sonderbeifall von den Rängen.

"Dann geht eben ein Spieler ins Tor"

Mit dieser Tat hatte der junge Keeper maßgeblichen Anteil am knappen 1:0-Erfolg gegen den Favoriten aus Magdeburg.

Was macht aber Lok Stendal, wenn sich Ziesmann in dieser Saison verletzt? "Dann geht eben ein Spieler ins Tor", erklärt Schulze.

Das war nach dem Spiel gegen Preussen jedoch überhaupt kein Thema, die Freude über den Sieg verdrängte alles.

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