Arendsee l Aufgrund der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen mussten die Triathlonfüchse um Kersten Friedrich Mitte Mai das Event schweren Herzens absagen. Doch am Sonntag waren doch ein paar Füchse am See und absolvierten ein „coronakonformes“ Training.

Und es war irgendwie kein normales Training, was einige Mitglieder der Triathlonfüchse Osterburg da am Sonntag absolvierten. Fast nichts lief normal ab. „Aber was ist in Corona-Zeiten schon normal?“, fragte sich nicht nur Kersten Friedrich selbst.

Genehmigung kam von der Stadt Arendsee

Der und seine Mitstreiter hatten sich für den Sonntag eine Genehmigung von der Stadt eingeholt, um das Training unter strengen Auflage auch durchführen zu können. „Wir haben wirklich alles beachtet, um unseren Mitgliedern das Training anbieten zu können. Wir halten Abstand, haben Desinfektionsmittel da, starten in Wellen und betreten den Wechselgarten nur einzeln. Ich denke, damit haben wir auch alles mögliche getan“, so Friedrich, der selbst auch auf die Jedermanndistanz ging.

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Jedermanndistanz hieß in diesem Falle 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und dazu noch fünf Kilometer laufen. „Beim Honigschild wird umgedreht“, so seine kurze und knappe Anweisung für nachfolgende Athleten auf der Laufstrecke. Friedrich hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch einen Kilometer bis ins Ziel zu absolvieren.

WM-Starter Herbst unter den Teilnehmern

Doch nicht nur er nutzte die Möglichkeit zum Training, auch Profi und 70.3-WM-Starter Marcus Herbst ließ sich sehen und nahm die olympische Distanz in Angriff. Für ihn standen also 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer laufen an.

„Ja, wegen Corona konnte ich ja bisher eher nicht wirklich richtig was rauspusten, aber heute war das ein tolles Training hier. Ich habe eine Einheit mit 80 Prozent abgespult und bin damit sehr zufrieden“, so der Kloster Neuendorfer nach Zielankunft. Herbst benötigte für die Strecke gerade einmal knapp über zwei Stunden. Von diesen Zeiten können andere allerdings nur träumen.

GPS-Uhr und Schwimmbrille vergessen

Geträumt hatte Herbst aber vor seinem Start höchst persönlich. Zunächst hatte er seine GPS-Uhr im Auto vergessen, musste dann den Weg allerdings noch einmal unter die Füße nehmen, weil auch die Schwimmbrille noch im Fahrzeug verblieb. Herbst nahm es natürlich mit Humor.

Ebenfalls sehr vergesslich war Kersten Friedrich. Er hatte nämlich seinen Radhelm zu Hause liegen lassen und hätte - ohne Kopfschutz - so natürlich nicht starten dürfen.

Ebert sorgt für reibungslosen Ablauf

Apropos starten: Für einen reibungslosen Ablauf an der Start-Base unter den Kaskaden in Arendsee sorgte Bernd Ebert vom Tanger-Timeservice. Er legte für die Füchse nicht nur die Zeitmatten aus, sondern versorgte die Füchse auch mit Transpondern. Auch sorgte Ebert dafür, dass die Abstände beim Start eingehalten wurden. Ein Mindestabstand von 30 Sekunden war gefordert. Auch im Wasser hielten alle Athleten den Abstand ein und suchten sich eigene Bahnen.

Allerdings meinte es der See teilweise gar nicht so gut mit den Sportlern/innen. Auf dem Rückweg zum Austieg nämlich - zuvor mussten die Bojen in 200 oder 700 Meter umrundet werden - peitschten die Wellen seitlich von vorn und sehr unrhytmisch in die Gesichter der Athleten. Aber immerhin zeigte das Wasserthermometer knappe 20 Grad Celsius an.

Möglich gemacht hat dieses interne Training überhaupt erst die Stadt Arendsee. Bürgermeister Norman Klebe stellte nicht nur die Genehmigung unter den entsprechenden Auflagen aus, sondern ließ sich selbst beim Start blicken. „Die Veranstaltung selbst musste ja nun aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Das ist natürlich auch für die Stadt immer ein echtes Großereignis. Wir haben dann natürlich den Füchsen dieses Training gern ermöglicht. Es waren kurze Wege und Absprachen, dann hat das funktioniert“, so Klebe.

Aufruf zur virtuellen Wettkampfaufnahme

Sogar einige Kinder-Füchse nahmen am Training teil, so auch die Drillinge Lukas, Leon und Lars Ringe aus Wollenrade. Die Elfjährigen absolvierten dabei einen Duathlon, der aus Radfahren und Laufen bestand. Und alle drei kamen fast gleichzeitig ins Ziel. Jonas Goerz aus Magdeburg schaffte sogar einen ganzen Triathlon. Er schwamm 50 Meter, fuhr einen Kilometer Rad und lief dann noch 200 Meter.

„Wir wollten einfach auch mal ein sportliches Zeichen setzen in dieser schwierigen Zeit. Es geht eben nocht nicht alles, aber immerhin so ein Trainingsevent war möglich. Außerdem hatten wir die Sportler/innen auch aufgerufen, den ausgefallenen Arendsee-Triathlon virtuell zu absolvieren“, zog Kersten Friedrich doch ein sehr positives Fazit am Sonntag.

Und das wurde auch sehr gut angenommen, denn bereits am Sonnabend nutzten einige Triathleten die Möglichkeit, den Wettkampf - vor der eigenen Haustüre - virtuell zu absolvieren.