Calbe l Für Außenstehende wirkte die Jubelszene nach dem offiziellen Teil des 11. Fides-Cups so, als hätte der Salzlandligist SV Rot-Weiß Groß Rosenburg das Turnier gewonnen. Doch der Underdog belegte „nur“ den zweiten Platz, scheiterte im Finale nach Neunmeterschießen mit 6:7 am Magdeburger SC Preussen. Das trübte die Stimmung aber keinesfalls. Eine selbst komponierte Version des Partyliedes „Will Grigg‘s on fire“ ließ sowohl Trainer Harald Sens, die Mannschaft, aber auch die zahlreich mitgereisten Fans auf der Tribüne tanzen. Taktgeber und Einheizer war Lucas Dübecke. Auch wenn der Offensivmann im Tor stand, erzielte er vier Treffer und wurde bester Spieler. „Wir hatten uns vor dem Turnier eigentlich nicht viel ausgerechnet. Aber ich denke, wir haben uns gut verkauft und fahren mehr als zufrieden nach Hause“, sagte Sens nach dem Turnier.

Calbe enttäuscht

Während beim Underdog ausgelassene Stimmung herrschte, war die Gefühlslage bei den „Großen“ getrübt. Sowohl für den Verbandsligisten Union Schönebeck als auch für den Landesklassisten TSV Grün/Weiß Kleinmühlingen/Zens war bereits nach der Vorrunde Schluss. Noch schlimmer traf es den Gastgeber TSG Calbe. Die Mission Titelverteidigung misslang gehörig. Mit nur einem Sieg landeten die Saalestädter beim Heimturnier auf dem letzten Platz der Gruppe B. „Mit der Leistung der Mannschaft war ich absolut nicht zufrieden“, sagte TSG-Abteilungsleiter Rainer Schulze. „Wir sind aber stark ersatzgeschwächt angetreten.“ Denn bei der TSG fehlten neben Keven Harms auch Thomas Hellige und Matthias Buszkowiak.

Die Kleinmühlinger hingegen setzten erneut auf das Motto „Jugend forscht“. Marcel Klöhn (21), Jonas Ehme (18), Maurice Hertel (17) und Brian Ostwald (18) gehörten zum Aufgebot. Und auch die Unioner überließen der Jugend viel Spielzeit. Mit dabei waren unter anderem Justin Dehnecke (19) und Fritz Weidemeier (18). Aber auch an der Linie gab es eine kleine Veränderung. Trainer Andreas Sommermeyer wurde von Co-Trainer Andreas Rauchensteiner vertreten.

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Während die Favoriten nicht in Fahrt kamen, zeigte Groß Rosenburg wie es geht. Nach dem Gruppensieg wurde im Halbfinale die Hochschulauswahl Magdeburg im Neunmeterschießen mit 5:4 besiegt. Im Finale versagten dann aber die Nerven. Auch wenn Dübecke sogar noch einen Neunmeter parierte, reichte es nicht. Der MSC Preussen wurde seiner Favoritenrolle gerecht. „Dass Groß Rosenburg bis ins Finale kommt, war nicht wirklich überraschend. Sie haben technisch gute Leute in ihren Reihen. Preussen hat den Turniersieg aber verdient“, sagte Schulze über den Turnierausgang. Die Magdeburger blieben in allen Spielen ohne Niederlage, nur ein Unentschieden mischte sich in die ansonsten makellose Bilanz.

„Es war ein tolles Turnier mit tollen Toren“, sagte Schulze. Knapp 300 Zuschauer fanden den Weg in die Hegersporthalle. Und die sahen alles, was zum Hallenfußball gehört: Tore, Emotionen, aber auch großen Jubel.