Rheinsburg (awi/duh) l Beim SwimRun in Rheinsburg wollten es Annegret Wille und Olaf Moch von den Triathleten der Gaensefurther Sportbewegung richtig wissen, denn 2018 probierten sie schon einmal die Strecke und ihr jeweiliges Stehvermögen aus bei dieser jungen Mehrkampfsportart, die aus Schwimmen und Laufen besteht. „Triathlon kannst du wieder machen, wenn du älter bist“ oder „Wer läuft noch Marathon?“ - Sprüche, die zwar nicht ganz zutreffen auf die zwei Ü 50-Sportler, aber auf den Abenteuerfaktor dieses Sporttrends hinweisen.

Mit Laufschuhen, nur mit den Armen schwimmend und dann durchnässt im speziellen Neoprenanzug mit Badekappe und Schwimmbrille im crossigen Gelände unterwegs, das ist SwimRun. Dem letzten Jahr als Einzelkämpfer über 11,5 Kilometer sollte nun der „wahre Swimrun“ erfolgen, also ein Teamstart über 23 Kilometer.

Wille und Moch liefen gemeinsam einen Halbmarathon, meisterten immer mal wieder eine Schwimmstrecke dazwischen. Dabei sollte man immer alles an Equipment bei sich führen und nebenbei den Partner nicht weiter als zehn Meter von seiner Seite lassen, ansonsten droht Disqualifikation.

Über 600 SwimRunner stellten sich dieser Aufgabe Anfang Juli. Bei moderaten Außentemperaturen und etwa 20 Grad Wassertemperatur war Petrus voll auf der Seite der Sportler. In direkter Nähe zum Rheinsberger Schloss erfolgte für über 200 Langstreckler der Startschuss. Nach 200 Metern war schon der Einstieg in den See vor dem Rheinsberger Schloss. Moch und Wille nahmen die Abkürzung über den Steg, landeten im Schlamm und ab ging es über die ersten 500 Meter. Die Teams, die zuerst auf die Strecke gingen, lieferten sich eine ordentliche Schlacht im Wasser. Hier hieß es, den Partner im Auge zu behalten und sich nicht in den Seilen anderer Paare zu verheddern, denn auch Seile sind erlaubt, um den anderen nicht zu verlieren.

Gleichmäßiges Tempo ist entscheidend

Dann erfolgte der Ausstieg aus dem Wasser, es ging bergauf und querfeldein durch den Naturpark. Moch musste beim Laufen etwas kürzertreten und zur Unterhaltung beitragen, denn Wille musste ihr Lauftempo vorgeben. Gleichmäßiges Tempo und Kräfte einteilen war das A und O. Ein Smalltalk, ein Späßchen und ein Dankeschön an die vielen Helfer waren aber allemal drin.

Die Laufeinheiten von zwei bis sieben Kilometer waren immer unterbrochen von Schwimmstrecken über 200 bis 600 Meter im Großen Linowsee, Großen Rheinsberger See und im Grienericksee.

Wurzeln, Zickzackkurs, Laubpeitschen in das Gesicht, Hügel hier und da, typisch sandiger Brandenburger Boden und immer wieder schlammige Ein- und Ausstiege bei den Schwimmstrecken verlangten die volle Konzentration der beiden Staßfurter.

Umknicken, Stürze oder Faststürze gehören trotzdem fest zum Repertoire solch eines Sportevents, ebenso Wasser in der Schwimmbrille oder andere Malheurchen. Das Gaensefurther Team probierte ungewollt einiges davon aus. Das Schwimmen nebeneinander klappte wie am Schnürchen, auch wenn man beim Kraulen einiges Grünzeug aufwühlte und man wieder den Rhythmus finden musste.

Nach der ersten Runde waren die beiden guter Hoffnung, dass sie auch Runde zwei fantastisch bewältigen. Außerdem wartete der persönliche Fanclub, Mochs Lebenspartnerin, zum Fototermin, da wollten beide einfach nur fit aussehen. Die Zeit des Vorjahres von Wille war über die halbe Strecke unterboten, das gab noch einmal Auftrieb. Und das Tempo in der zweiten Runde konnte ziemlich gleichmäßig beibehalten werden, so dass Team Moch/Wille oder „Gretel und der Olf“ nach 3:34 Stunden strahlend ins Ziel laufen konnte.

Platz sieben bei den Mixed Teams aller Altersklassen stand am Ende zu Buche (bei den Herren Platz acht), damit hielt man sich passabel in der Mitte der gesamten Konkurrenz. Die persönliche Zeitvorgabe wurde perfekt eingehalten.