Salzlandkreis l Am Ende überwog bei allen die Freude, sich zumindest virtuell wieder einmal miteinander gemessen zu haben. Umfangreich hielten die Vereine ihre Fans und Mitglieder auf Facebook und anderen Social-Media-Plattformen über den Verlauf der inoffiziellen Kreismeisterschaft auf dem Laufenden. Dabei stolperte man hin und wieder auch über den einen oder anderen nicht ganz ernst gemeinten Kommentar über die „enttäuschenden Leistungen“ der Spieler des Lieblingsvereins.

Lob für Organisator

Auch deutliche Niederlagen wurden augenzwinkernd und mit einem Lächeln auf den Lippen schnell wieder vergessen. Selbst die Vereine, für die vorzeitig Schluss war, zeigten sich dankbar, dass Organisator Sebastian „Schulle“ Schulz ihnen die Teilnahme ermöglicht hatte. „Vielen Dank für die super Organisation und dein herausragendes Engagement“, richteten beispielsweise die Spieler des Egelner SV Germania nach ihrem Aus im Viertelfinale lobende Worte an den Organisator.

Philipp Voigtländer von der ZLG Atzendorf lobte das Turnier als „geile und starke Aktion“ und hielt fest, dass auch für seine Mannschaft „der gute Zweck im Vordergrund stand“. Der Landesklassist spendete insgesamt 150 Euro. Die Hälfte davon ergab sich aus den von Oliver und Maximilian Gehrke sowie Marcel Maier erzielten Toren und wurde von den drei Teilnehmern aus der eigenen Kasse beigesteuert. Insgesamt kamen 2.500 Euro zugunsten der Mitteldeutschen Kinderkrebsforschung zusammen.

Dennoch kam der Wettkampfgedanke nicht zu kurz. Zweimal die Woche fieberten die Spieler ihren Duellen entgegen, bis nach neun Spieltagen die Entscheidung gefallen war, wer in der K.o.-Phase dabei ist. Dominantes Team der Vorrunde war dabei der SV 09 Staßfurt mit 135 Toren. Mit Blau-Weiß Eggersdorf, Lokomotive Schönebeck und Blau-Weiß Pretzien folgten den Bodestädtern gleich drei Mannschaften, die die Fahne für den Altkreis Schönebeck hochhielten.

Die Elbestädter fanden dabei auch Wege, trotz der Corona-Pandemie die Spieltage „gemeinsam“ zu verbringen. „Wir waren oft als Team zusammen im Sprachchat und haben uns gegenseitig Tipps gegeben“, erklärt Rocco Ulbrich, Abteilungsleiter der SG Lok und selbst Spieler an der Konsole. „Unsere komplette Abteilung hat auch in unserer WhatsApp-Gruppe mitgefiebert. Ich denke, so konnte man sich von der spielfreien Zeit gut ablenken.“

Dennoch wollen auch Ulbrich und seine Mannschaftskollegen „so schnell wie möglich wieder auf dem realen Grün stehen“. Denn auch wenn die Teilnehmer großen Spaß hatten, kann der virtuelle den „echten“ Fußball nicht ersetzen.