Staßfurt l So kurz und knackig war die Meldung vom HV Rot-Weiss Staßfurt, das sie im Nachrichten-Überfluss in den sozialen Netzwerken beinahe untergegangen wäre. „Soeben wurde vom MHV bestätigt, dass wir weiterhin in der MOL spielen“, schrieb der Verein. Der MHV ist der Mitteldeutsche Handball-Verband, die MOL die Mitteldeutsche Oberliga.

Staßfurts Präsident Patrick Schliwa ist spürbar erleichtert. „Jetzt sind die letzten fünf Prozent Zweifel auch noch weg“, sagt er. Denn noch immer ist die Zusammensetzung der Oberliga für 2017/2018 noch nicht vollständig klar. Staßfurt hatte die letzte Saison formal auf dem ersten Abstiegsplatz beendet, wähnte sich aber, so war auch das Echo von Staffelleiter Ralf Seidler, trotzdem ziemlich sicher in der Liga. Denn: TuS Radis hatte bekanntlich nicht für die neue Saison gemeldet. Dazu gab es ja auch aus den Landesverbänden Thüringen und Sachsen-Anhalt keine aufstiegswilligen Meister.

Doch zwei weitere Fragezeichen erhitzten die Handball-Gemüter in der Region. Denn der SC Magdeburg II aus der dritten Liga, der den Klassenerhalt sportlich geschafft hatte, musste noch ein paar Auflagen erfüllen.

Sonneberg Fall für Sportgericht

Und dann ist da noch der Fall Sonneberger HV. Der Dritte der Thüringen-Liga hatte wegen der Verzichte von Meister HSV Ronneburg und Vizemeister VfB Mühlhausen doch noch für die Oberliga gemeldet. Das aber nicht fristgemäß bis zum 15. April (MHV-Statuten), sondern erst Ende April. Und das dann auch nicht beim MHV, sondern telefonisch beim Thüringer Landesverband (THV). Das ist nicht regelkonform, meint der MHV. Am 2. Mai wurde dem SHV mitgeteilt, dass er keinen Startplatz für die Oberliga bekommt. Zehn Tage später legte der Verein aber Einspruch ein. Das Verfahren beim Sportgericht läuft noch.

Das ist alles sehr kompliziert. Durchblick hat da Oliver Walter aus dem Vorstand vom HV Rot-Weiss, der meint, dass Staßfurt auch im Falle des Zwangsabstiegs vom SCM II und der zusätzlichen Einstufung des SHV in die Oberliga nicht abgestiegen wäre. „Laut Statuten hätte sich dann die Anzahl der Aufsteiger aus den Landesverbänden reduziert“, sagt Walter. Und nicht etwa die Anzahl der Absteiger erhöht. 13 Mannschaften haben nun also grünes Licht für die Oberliga bekommen. Der letzte Startplatz geht an Sonneberg oder den ebenfalls sportlich abgestiegenen HSV Apolda, der profitieren würde, wenn die Sonneberger mit ihrer Klage scheitern.

Nun muss Rot-Weiss nicht mehr zweigleisig fahren. Das treibt vielleicht auch die Kaderplanungen voran. Denn die Gespräche mit Neuzugängen laufen schleppend, wie Schliwa zugibt. „Dieses Jahr ist es generell schwierig. Warum weiß ich nicht.“ Zwei Neuzugänge hätten die Staßfurter noch ganz gern. Die Gespräche mit einem Spieler aus der 3. Liga sind sehr weit. „Vielleicht können wir da diese Woche noch etwas vermelden“, hofft Schliwa. Dazu ist Staßfurt noch auf der Suche nach einem weiteren Linksaußen. Denn Enrico Lampe wird mit seinem Kreuzbandriss die ganze Saison ausfallen.

Zimnick rückt auf

Weitere externe Neuzugänge sind nicht eingeplant. Gute Nachrichten gibt es aber aus der Nachwuchs-Abteilung. Der 16-jährige Niklas Zimnick, der im Juli 17 Jahre alt wird, absolviert die Saisonvorbereitung mit dem Oberliga-Kader. Der Halblinke soll aber „langsam herangeführt werden“, wie Schliwa sagt. Zimnick wird also auch am 10. Juli dabei sein, wenn der Trainingsauftakt ansteht.