Staßfurt l Ganze vier Monate war die Hand von Sebastian Schliwa in Gips gehüllt. Vor kurzem wurde er den Verband los, es ging zur Physiotherapie. Den Trainingsauftakt am 3. Juli wollte der Torwart nicht verpassen. Und das hat er auch nicht. Er absolvierte nach langer Verletzung wieder die ersten Einheiten. Klar, es kam Schliwa entgegen, dass beim HV Rot-Weiss derzeit konditionelles Training auf dem Programm steht. Die Lauf- und Fitnesseinheiten konnte er ohne Probleme mitmachen. „Ich bin voll einsatzfähig. Bei einigen Bewegungen schmerzt es zwar noch, aber das ist ganz normal“, sagt Schliwa.

Der Torhüter hat sich ein Ziel gesteckt: Er will beim Megawoodstock in Aschersleben (21. bis 23. Juli) dabei sein und wieder im Tor stehen. Und momentan spricht alles dafür. Auch wenn der Handball im aktuellen Trainingsprogramm der Staßfurter noch nicht zum Einsatz kommt. Zuletzt stand ein Cooper-Test zur Überprüfung der Ausdauer auf dem Programm.

Auch Fußball wird gespielt. Und das kommt bei den Handballern super an. „Es ist eine Tradition bei uns. Wir spielen immer in Teams, alt gegen jung. Und das ist nicht nur ein Hin und Her, das sind richtig gute Konditionseinheiten“, berichtet Schliwa, der die Fußballspiele auch als guten Ausgleich zu den Laufeinheiten sieht. „Mit einer halben Stunde Fußball macht uns der Trainer wieder glücklich.“ Die Rot-Weissen haben sogar zwei Testspiele auf dem grünen Rasen angesetzt. Es geht am Sonnabend gegen den TSV Neundorf aus der Kreisklasse und am nächsten Dienstag gegen den SV 09 Staßfurt.

Natürlich sind die ersten Trainingseinheiten in einer Saison auch immer eine „kleine Findungsphase“, beschreibt Schliwa. Es gibt einige neue Gesichter in Staßfurt. Die beiden Neuzugänge Chrstian Schöne und Andreas Steinbrink haben sich bislang sehr gut integriert, wie der Torwart berichtet: „Sie passen beide super ins Team. Es sind sehr erfahrene Spieler und wenn solche auf dem Markt sind, muss man nicht lange überlegen.“ Aber nicht nur sportliche Qualität bringen sie mit, auch menschlich passt es. „Das sind beides Bombenkerle“, so der Sohn des RWS-Präsidenten Patrick Schliwa.

Ebenfalls neu dabei ist Niklas Zimnick, der aus der A-Jugend der Staßfurter mit in den Kader der ersten Mannschaft genommen wurde. Der 0-Ton aus der Mannschaft? „Wir finden das alle super“, sagt Schliwa. „Schon im vergangenen Jahr hat das mit Toni Fanselow wunderbar geklappt. Es ist doch schön, wenn der Staßfurter Nachwuchs mit in die Mannschaft integriert wird.“

Doch so teamorientiert der Torhüter auch ist, für die kommende Saison sagt er auch ganz klar: „Ich will wieder angreifen.“ In der vergangenen Spielzeit verspürte Schliwa zu viel Druck. Er und der junge Bilal Shagluf waren die einzigen Keeper. Der Druck war sehr groß, beide waren oft sehr nervös. In der kommenden Spielzeit soll das wieder anders laufen. Da geht Schliwa wieder mit dem erfahrenen Patrick Tuchen an seiner Seite in die Saison. Die beiden kennen und schätzen sich. „Ich kann die Sache dann viel entspannter angehen, Patrick hält mir den Rücken frei“, so Schliwa. „Wir verstehen uns richtig gut. Das wird funktionieren“, blickt er zuversichtlich auf die kommende Saison.