Tangermünde l Mit einem am Ende klaren 8:1-Sieg hat sich Saxonia Tangermünde im Halbfinale, um den Fußball-Altmark-Strompokal der Stadtwerke Stendal am Sonnabend bei 36 Grad Temperatur auf eigenem Platz gegen den Kreveser SV durchgesetzt.

Es war bei diesen Temperaturen schon eine Partie mit enormem Tempo und ausreichend Torszenen. Nach 45 Minuten sah es nach einer Überraschung aus, denn der Außenseiter aus Krevese führte 1:0.

Sofort nach der Pause wurden die tapferen Gäste aber förmlich überrannt und verloren am Ende noch deutlich.

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Wie aber haben beide Trainer dieser Partie gesehen?

„Wenn man die dritten 20 Minuten weglässt, dann kann man sehr zufrieden sein. Ich denke, das Tor hätten wir genau zu dem Zeitpunkt schießen sollen, aber in der zweiten Halbzeit, nicht in der 44., sondern in der 91. Minute. Dann hätte es mit dem 1:0 geklappt“, analysierte Kreveses Trainer Holm Hansens mit einem Lächeln im Gesicht die Partie.

Der Plan des KSV ist in der ersten Halbzeit genau aufgegangen. Tangermünde rannte sich in der vielbeinigen und sattelfesten KSV-Betonabwehr immer wieder fest.

Wie wollte Krevese gegen den Favoriten spielen?

Hansens: „Unsere Taktik war natürlich, den Gegner etwas einzulullen, hinten gut zu stehen und Tangermünde zu zermürben. Das ist sehr gut aufgegangen. Aber mir war schon klar, als wir das 1:0 kurz vor der Pause machen, da gibt es Feuer in der Tangermünder Kabine.“

So kam es dann auch. Krevese wurde nach dem Wechsel von Saxonia völlig überrannt. Die Tore fielen wie reife Äpfel. Was war da los?

Hansens: „Da haben wir neben uns gestanden, leider. Tangermünde ist mit Wucht und Wut angerannt. Der erste Ball war auch gleich drin. Er hätte ja auch daneben gehen können, dann wären wir wach gewesen. So wurde es aber schwer, sich zu sortieren. Mit ihren starken Leuten hat es Tangermünde dann gut ausgespielt. Bei der Druckwelle war ja dann jeder Ball drin. Wenn man diese Phase weglässt und nur die erste Halbzeit und die letzten 20 Minuten nimmt, dann war das ein sehr ordentliches Spiel von uns.“

Dennoch gab es auch positive Aspekte für die tapfer kämpfenden Kreveser.

Völlig anders sah die Lage natürlich bei den Platzherren aus. Dennoch analysierte Saxonia-Trainer Steffen Lenz das am Ende hohe Ergebnis sachlich und nüchtern. Besonders die erste Halbzeit hat ihm natürlich nicht geschmeckt.

„In der ersten Halbzeit hatten wir unsere Probleme und noch nicht die richtige Meinung zu dem Spiel. Die Abstände haben nicht gestimmt und wir hatten keine guten Umschaltmomente. Das Spieltempo war viel zu langsam. Dann kommt der Gegner ein, zweimal durch und schießt ein Tor. Dann wird es natürlich schwierig.“, erklärte Lenz.

Wie aber kam es zur deutlichen Spielwende?

Lenz: „Der Dosenöffner war dann natürlich das schnelle 1:1 durch Lars Korte. Dann haben die Abläufe auch wieder gestimmt. Wir hatten dann gute Bewegungen und flüssige Kombinationen.“

Hat es in der Halbzeit in der Kabine gekracht, gab es für die Mannschaft, wie von Hansens befürchtet, Feuer in der Kabine?

„Ich habe versucht, die Mannschaft wach zu rütteln“, lässt sich Lenz nicht groß in die Karten schauen.“

Wir aber sah Lenz das Spiel mit den besonders „heißen“ Umständen?

„Bei den Temperaturen muss man allen, auch der Kreveser Mannschaft, ein große Kompliment zollen.“

Für beide Mannschaften war es schon ein echter Härtetest für die am Sonnabend beginnende Saison 2020/21. Saxonia Tangermünde erwartet auf eigenem Platz den SV Irxleben zum ersten Landesliga-Spiel nach dem Wiederaufstieg.

Der Kreveser SV muss beim (freiwilligen) Landesligaabsteiger Möringer SV antreten. Das ist eine Partie aus der Landesklasse, Staffel I.

An die Begegnung bei 36 Grad im Schatten in Tangermünde werden sich aber alle Protagonisten bestimmt noch lange erinnern.