Detmold/Stendal l Alexander Zverev, Angelique Kerber, Boris Becker oder auch Steffi Graf. Ein Blick in die Siegerlisten der vergangenen Jahre lässt erahnen, wie groß die Bedeutung der nationalen Jüngsten-Meisterschaften ist.

So ist es nicht ganz überraschend, dass das Championat im westfälischen Detmold als inoffizielle deutsche Meisterschaft der Altersklassen U9 bis U12 angesehen wird und die große Elite aus Deutschland nahezu komplett vertreten ist.

In das große „Haifischbecken“ traute sich auch Zoé Leider von der SG Einheit Stendal, die neben 47 weiteren Spielerinnen in der Altersklasse U9 weiblich aufschlug.

Nervosität im ersten Spiel

Zunächst wurde in Vorrundengruppen um die Qualifikation zur Hauptrunde gespielt. Den Auftakt bestritt das Einheit-Talent gegen Francesca Parcelli aus dem Tennisverband Württemberg. Sichtlich aufgeregt, aufgrund der vielen Eindrücke und des großen Teilnehmerfelds, agierte die Achtjährige zu fehlerhaft und musste sich mit 4:6 und 2:6 geschlagen geben. „Ich war sehr nervös und aufgeregt“, verriet sie ihrem Vater Ronny, der seine Tochter während des Turniers betreute.

Diese legte sich aber spätestens nach dem ersten gewonnen Spiel gegen Charlotte Heine, das sie in drei Sätzen gewann. Da fiel auch die Niederlage gegen die spätere Hauptrunden-Finalistin Taffo-Simo nicht ins Gewicht.

Zwar verpasste der kleine „Blondschopf“ die Hauptrunde, doch dafür trumpfte die Rolandstädterin in der Pokalrunde auf. Nach Erfolgen gegen Emilia Roth (Niedersachsen), Lana Isabelle Comia (Westfalen) und erneut Charlotte Heine stand das Einheit-Talent unerwartet im Halbfinale. Dort unterlag die 1,42 Meter kleine Zoé, nach umkämpftem Spiel, Amy Waschulewski (Rheinland-Pfalz) mit 5:7, 3:6. Die kleine Enttäuschung wandelte sich schnell in die Erkenntnis, dass die achtjährige einen Pokal beim größten nationalen Turnier gewonnen hatte.