Schweinitz l Traditionell treffen sich die Schützen der Schützengilde „St. Hubertus“, um den besten in der Königsdisziplin Kleinkaliber-Gewehr auf 50 Meter stehend aufgelegt mit offener Visierung, das heißt nur mit Kimme und Korn, zu ermitteln. Manchmal gibt es einen oder mehrere Schützen, die sich vorgenommen haben, König zu werden. Aber dieses Jahr gaben die meisten Befragten nur an, ihre goldene Eichel für die Schützenschnur schießen zu wollen.

Immerhin ist es für Kugelschützen die einzige Gelegenheit im Jahr. Flintenschützen hatten schon Anfang März bei der Vereinsmeisterschaft Wurfscheibe Trap die Chance, ihre Schützenschnur bzw. eine Eichel dafür zu schießen. Und Klaus-Peter Kilz sicherte sich bei der Gelegenheit mit 14 getroffenen Tauben seine goldene Eichel.

Kurz vor zehn wurde das erste nennenswerte Ergebnis an die Tafel geschrieben und Wilfried Bustro, Schützenkönig von 2013, ließ sich zu seiner insgesamt 15. goldenen Eichel gratulieren.

Damit hat es etwas Besonderes auf sich: Die ersten zehn Eicheln „musste“ er gegen einen Ehrendolch und eine „10“ auf der Kokarde der Schützenschnur tauschen. Jetzt muss er seine neuen fünf Eicheln gegen eine rote und goldene „15“ auf der Kokarde tauschen. Jedenfalls freut er sich schon auf das Sammeln der nächsten fünf goldenen Eicheln für die nun leere Schützenschnur.

Eine halbe Stunde später schoss Jürgen Konratt die erste 46. Während viele langjährige Mitglieder schon mehrere Eicheln haben, konnte er – seit vier Jahren Mitglied in der Gilde – noch nicht so viele sammeln. Ob es aber für den König reichen würde? Monika Bustro war 2011 mit 46 Ringen für die Krone gut.

Nachdem er sich warmgeschossen hatte, schoss Inger Wiechert kurz darauf in seiner vierten Runde 46 Ringe. Zuletzt, im Jahr 2014, war er mit 49 Ringen der beste Schütze. Ab und zu wurden 45 Ringe geschossen. Aber es dauerte bis nachmittags kurz vor 15 Uhr, bis Dirk Köhler, vorher elfmaliger Schützenkönig, in seiner zweiten Runde 47 Ringe erzielte. „Ich wollte doch diesmal nicht König werden“, sagte er, als er das Ergebnis erfuhr.

Zwischendurch ein Jubeln. Gunnar Brehme, der bislang nur eine grüne Schnur mit Eicheln hatte, qualifizierte sich für seine silberne Schützenschnur. Davor hatte Norman Wernicke das Glück, mit 45 Ringen eine goldene Schnur zu erzielen, weinte aber seiner silbernen Schur mit Eicheln nach, die er dafür abgeben musste.

Dirk Köhler atmete auf, als 16.45 Uhr die Treffer der Zielscheibe von Hartmut Hoffmann vorgelesen wurden. Dieser hatte gerade von Bahn sechs auf Bahn fünf gewechselt und dort 47 Ringe geschossen. Vielleicht könnte er ja König werden, wenn er im Stechen die Nerven behält, ging es wohl durch seinen Kopf.

Das währte aber nur 50 Minuten, denn beim Einsammeln der beschossenen Scheiben führte Monika Bustro wieder ihren „Rumpelstilzchentanz“ auf. Auf Bahn zwei gab es also ein besonderes Ergebnis. Dort hatte sich Jürgen Konratt mit 48 Ringen vor die beiden anderen Königskandidaten gesetzt. Und es war nur noch wenig Zeit, dieses Ergebnis zu überbieten. Aber kurz vor Schluss gelang es nur Wolfgang Richter, mit 46 Ringen seine diesjährige goldene Eichel zu holen.

Jürgen Konratt konnte sich im nachfolgenden Stechen entspannt zurücklehnen und erstmal etwas essen. Wolfgang Richter rutschte im Stechen hinter Inger Wiechert und Andreas Kalisch auf den sechsten Platz, während Hartmut Hoffmann sich im Stechen den zweiten Platz sicherte.

Alle gratulierten dem neuen Schützenkönig 2016, der als erstes sagte: „Ich habe Hunger, gebt mir etwas zu essen.“ Beim Beschießen der Königsscheibe, einer Erinnerungsscheibe, auf die jeder der zehn besten Schützen einen Schuss abgibt, traf Konratt, anders als viele Könige vor ihm, sogar die Zehn.

Bei der Abschlussansprache würdigte Präsident Egbert Köhler die Leistungen der Schützen. Immerhin sei der innere Ring der Zielscheibe, die Zehn, nur so groß wie ein kleiner Fingernagel. Und er lobte die Versorgung des leiblichen Wohls durch Petra Friedrich.

Die offizielle Ehrung des Schützenkönigs mit Übergabe der Schützenkette und dem wertvollen Pokal findet am kommenden Sonnabend bereits um 10 Uhr auf dem eigentlichen Dorf- und Schützenfest statt. Dann haben die Gäste bis 16 Uhr Zeit, sich auf dem Festplatz bei zahlreichen Aktivitäten für Jung und Alt zu vergnügen.

Für die Kleinen gibt es unter anderem Kinderkarussel, Kinderschminken und Hüpfeburg. Dazu Preiskegeln, Tombola, Schauvorführungen der Feuerwehr, Kettensägevorführungen und Auftritte im Festzelt. Ab 17 Uhr findet dann die Siegerehrung der Wettbewerbe auf dem Festplatz statt. Dabei werden die Würden „Bürgerkönig 2016“ und „Gästekönig 2016“ verliehen. Und der Gewinner des Wettbewerbs „Krummes Rohr“ muss sich sicherlich auch wieder den Preis schwer erkämpfen. Wahrscheinlich wird auch wieder in der Bonbon-Bombe ein Preis für Kinder versteckt sein.

Den Abend beschließt der öffentliche Tanz im Festzelt ab 20 Uhr. Am Sonntag klingt von 11 bis 14 Uhr das Fest beim Frühschoppen mit dem Duo Rita & Klaus aus.

Weitere Informationen: www.sgi-schweinitz.de