Güterglück l So richtig wollte letzten Sonntag in der Güterglücker Mehrzweckhalle keine Pokal-Atmosphäre aufkommen. Auf Wunsch der angereisten Wittenberger wurde der Anpfiff der Spiele um eine Stunde verschoben. Bis auf zehn unentwegte Zuschauer, zumeist noch Vereinsmitglieder, fanden die Spiele leider vor leeren Bänken statt. Dabei war der Tabellenführer der Landesoberliga aus Wittenberg zu Gast, traf auf den ungeschlagenen Tabellenführer der Landesliga Nord, die SG 1990 Lindau. Das war dann auch gleich das erste Spiel, das Highlight der Spiele. Als dritter Sechser war der MTV Wittenberg III angereist, eine Mannschaft aus der Landesliga Südost. Landesligist SV Motor Zeitz hatte im Vorfeld abgesagt.

„Rumpftruppe“ ohne notwendigen Biss

Die Lindauer mussten aus den unterschiedlichsten Gründen mit einer „Rumpftruppe“ antreten. Vor allem fehlten Maurice Erb (Urlaub), Tony Polaczek (Fieber) und Norman Wuttig (Fußverletzung). Dafür spielten über die volle Distanz die Nachwuchsspieler Szymon Brodzik und Jonas Sandmann mit, die ihre Sache sehr ordentlich machten.

Landesoberliga-Primus Wittenberg musste auf drei absolute Stammkräfte verzichten, hatte dennoch einen spielstarken Sechser zusammen. Körperlich deutlich überlegen führten gestandene ehemalige Regionalligaspieler die Lutherstädter aufs Feld.

Im ersten Satz gingen die ersten Angriffe der Lindauer gleich in die „Hose“, „zeigten wir nicht die richtige Einstellung, den notwendigen Biss“, wie es der sichtlich verärgerte Philipp Werner feststellte.

Der Magdeburger, in Quast bei Lindau geboren, war es auch, der mit knallharten Angriffen für Lindau Achtungszeichen setzte. Die Lindauer kamen nach 2:6 dann auf 13:14 heran. Der Satz war ausgeglichen. „Nach und nach haben sich die Lindauer herangekämpft“, sah es auch Ex-Volleyballer Horst Wickner.

In der Satzendphase war der Lindauer Block nicht geschlossen genug, um die starken Angriffe von Benny Schenke und dem 2,08 Meter großen Ulf Jonas (51) zu stoppen. 25:20 ging der Satz an die Wittenberger.

Der zweite Satz war bis zum 7:7 ausgeglichen. „Wir halten gut mit. Von uns ist es in dieser Zusammensetzung ein gutes Spiel“, meinte der zuschauende Norman Wuttig. Mit gewaltigen Sprungaufgaben beeindruckte jetzt der Kliekener Schenke, der mit Nico Kolbe auf Witterberger Seite eindrucksvoll für Punkte sorgte. Auch dieser Satz ging mit 25:18 an die Gäste.

Im dritten Satz war die Luft bei den Lindauern völlig raus. Zwar ließ man sich nicht „abschießen“, aber für eine Spielwende reichte bei den Burgstädtern einfach die Tagesform nicht (14:25). Somit setzte sich der Landesoberliga-Tabellenführer sicher und verdient durch und musste gegen den eigenen dritten Sechser um den Einzug in die nächste Pokalrunde ran.

Wittenberg III ist ein Sechser aus der spielstarken Landesliga Süd-Ost und trat mit teilweise sehr jungen Nachwuchsspielern (15 – 17 Jahre) an. Überhaupt hat beim MTV (Männerturnverein) Wittenberg das Volleyballspiel einen hohen Stellenwert. Die Abteilung in diesem Mehrspartenverein zählt allein 170 Mit- glieder.

Im Spiel gegen den eigenen ersten Vereinssechser hatten die Nachwuchstalente dann keine Chance, hielten sich aber mit einem guten Blockspiel und viel Einsatz im Feld recht achtbar (19:25, 19:25, 16:25).

Mit diesem Dreisatzsieg qualifizierte sich der MTV Wittenberg I für die zweite Runde des VVSA-Pokals. „Wir wollten natürlich weiter. Mit mehr Gegenwehr hatten wir auf Seiten der Lindauer gerechnet. Sie stehen ja immerhin ungeschlagen in ihrer Liga oben. Wir sind zufrieden“, meinte nach dem obligatorischen Siegerkreis der Wittenberger Ulf Jonas.

Für Lindau war das Ausscheiden kein Beinbruch. Jetzt gilt wieder die volle Aufmerksamkeit der Landesliga und der Sicherung der Tabellenführung. Was danach kommt, steht noch in den Lindauer Volleyballsternen.