Calgary. Mit zweimaliger Bestzeit und deutlichem Vorsprung gewonnen, und doch blieb keine Zeit zur kleinen Feier nach dem zweiten Weltcup-Triumph: Manuel Machata hat am Sonntag einmal mehr alles richtig gemacht, diesmal stürzte er im kanadischen Calgary die Bahn hinab zum Sieg, und doch war es eine erneute Premiere für den Bob-Piloten, der für den SC Potsdam startet.

Nach seinem ersten Erfolg im Zweier in Whistler steuerte er diesmal sein Vierer-Team durch den Eiskanal zu einem historischen Erfolg. Weil Karl Angerer (Königssee) und Maximilian Arndt (Oberhof) auf den Plätzen folgten, besetzten erstmals drei deutsche Teams im Weltcup das komplette Podium. "Es ist unglaublich", jubelte der Burger Andreas Bredau, der im Zweier und im Vierer mit Machata auf den nordamerikanischen Siegeszug gegangen ist. "Damit haben wir den anderen Nationen eine Kampfansage gemacht."

Bredau weiß, bei wem er sich für seine Leistungen bedanken muss. Im Team Machata gibt es mit Jan-Martin Speer, Florian Becke und Gino Gerhardi drei Männer, die dem Hauptanschieber vor allem im Zweier Trainingsfahrten abnehmen. "So kann ich mich das eine oder andere Mal schonen und Kraft tanken", erklärt der 26-Jährige, der ebenfalls für den SC Potsdam fährt. Und Konzentration außerdem: Calgary hat den unrühmlichen Ruf, eine Gleiter-, gar eine Autobahn zu sein, es geht vor allem um den Start, um die Anfangsgeschwindigkeit, denn mit Lenkmanövern ist am Ende wenig in der Eisrinne zu bestellen, nicht in Calgary.

Es gibt lediglich die Kurve acht, aber die hat oft über alles entschieden. Weltklasse-Piloten wie Steven Holcomb (USA), Alexander Zubkov (Russland) oder Lyndon Rush (Kanada) hatten diese Stelle nicht gut getroffen, verloren an Geschwindigkeit, gerieten in Rückstand. Machata glitt dagegen vorzüglich zum Sieg mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung. Das ist eine kleine Welt.

Im Zweier-Wettbewerb hatte es nicht ganz zum Sieg gereicht, Machata und Bredau teilten sich hinter Angerer den zweiten Rang mit einem gewissen Patrice Servelle und Lascelles Brown – Nationalität: monegassisch. "Sie können auch gut fahren, halten am Start mit. Wir haben uns jedenfalls gefreut mit ihnen", sagt Bredau. Für Machata und ihn galt indes: "Kurve acht hat uns vieleicht den Sieg gekostet."

Inzwischen sind sie in Park City (USA) angekommen, dort steigt am Wochenende der dritte Wettkampf. Machata ist in den ersten Trainingsläufen gut zurechtgekommen, berichtet Bredau. Druck baut ihnen weiterhin keiner auf: "Wir kämpfen in erster Linie für uns. Und wenn wir am Ende auf dem Podium stehen, sind wir auf dem richtigen Weg."