Magdeburg/Hamburg l Viel mehr war unter den gegebenen Umständen einfach nicht drin: Trotz starker erster Halbzeit mussten sich die ersatzgeschwächten Handballer des SC Magdeburg gestern Abend beim HSV Hamburg deutlich mit 23:32 (12:13) geschlagen geben. Bei den Gästen waren Jurecki (6) und Rojewski (5) die besten Torschützen, bei den Hamburgern überragte Lindberg mit einem Duzend Tore.

Während die Magdeburger ohne ihre Rückraum-Kanoniere van Olphen (Kreuzbandriss), Natek (Leiste) und Pajovic (Becken) somit als klarer Außenseiter locker und ohne großen Druck an der Alster aufspielen konnten, war der Meister nach zuletzt wenig erbaulichen Vorstellungen gestern gehörig unter Zugzwang. HSV-Trainer Per Carlén, dessen Stuhl bereits kräftig wackelt, wusste, dass gegen die Magdeburger die Stunde der Wahrheit geschlagen hatte und versprach schon vor der Partie hoch und heilig: "Im letzten Spiel vor Weihnachten wollen wir unseren Fans natürlich noch ein Geschenk machen und ihnen eine gutes Spiel zeigen", so Carlen, der das Schwächeln seiner Mannschaft mit den enggestrickten Terminplan und fehlender Rehgeneration erklärte hatte

Doch von attraktiven Handball war in der ersten Halbzeit nicht viel zu sehen. Der HSV blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Lediglich Lindberg hielt sein Team im Spiel. Bis zum Halbzeitpfiff gingen ganze neun von 13 Treffern des Gastgebers auf das Konto des wieselflinken Rechtsaußen, der auch die ersten fünf Treffer im Alleingang erledigt hatte.

Ganz anders die im Rückraum limitierten Magdeburger. Allen Problemen zum Trotz ließen sich Tönnesen Co. nicht unterkriegen. Taktisch hervorragend von Trainer Frank Carstens eingestellt, nutzte man die Schwächen der Hamburger, spielte mit zwei Kreisspielern Katz und Maus mit der offensiv stehenden Deckung. Erfolgreich: Beim 5:4 gingen die Magdeburger sogar erstmals in Führung (12.). Auch beim 12:11 durch Doborac (25.) hatte man die Nase knapp vorn. Beim Halbzeitpfiff war noch alles möglich.

Zwei Minuten nach Wiederanpfiff nicht mehr, denn das Blatt hatte sich um 180 Grad gedreht, Der Gastgeber machte das Spiel, drückte aufs Tempo und provozierte durch eine nun defensiver und aggressiver agierenden Deckung zu Fehlern und "Fahrkarten". Dem SCM ging sichtlich die Luft aus. Vom 16:12 , über 20:14 (41.) bis zum 26:16 (46.) zog der Meister auf und davon, die Partie war entschieden. Der SCM wechselte nun nach und nach durch - Hornke, Musche und Carstens bekamen ihre Chance.

HSV: Bitter, Beutler - Kraus, Schröder 2, Duvnjak 4, Lackovic, Flohr 4, Vori, B. Gille 3, G. Gille 1, Vugrinec 3, Lindberg 12/3, Lijewski 2, Hens 1,

SCM: Eijlers, Gustavsson - Landsberg, Jurecki 6, Rojewski 5, Wiegert 1, Weber 1, Grafenhorst 2, Doborac 4, Hornke 1, Tönnesen 3/3, Musche, Carstens.

Schiedsrichter: Andreas und Marcus Pritschow (Stuttgart). Zuschauer:10 893 Siebenmeter: HSV 4/3, SCM 3/2. Zeitstrafen: 5/6 .