Magdeburg l Wie der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) am Montag in einer Pressemitteilung bestätigte, fand am 1. Februar eine erste Beweisaufnahme gegen den Sportdirektor von Germania Halberstadt, Andreas Petersen, statt. Das Sportgericht folgte dann einem Antrag von Petersens Anwalt, Horst Kletke, weitere Personen zur Beweisaufnahme zu laden. Wie lange das dauert, ist derzeit offen, ebenso, wann das Sportgericht erneut zusammentritt. Geplant ist die nächste Anhörung für den März.

Petersen wird vorgeworfen, den Ausgang der Partie am 30. November 2018 in Babelsberg beeinflusst zu haben. Der 58-Jährige bestreitet die Vorwürfe vehement.

Hinreichender Tatverdacht

„Vorermittlungen ergaben den hinreichenden Tatverdacht auf eine mögliche Einflussnahme auf das Spielergebnis“, sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs, der sich „wegen des laufenden Verfahrens aber nicht weiter äußern“ wollte und stattdessen auf die Pressemitteilung verwies.

NOFV-Präsident Erwin Bugar, der auch den Wettskandal rund um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer begleitete, hofft unterdessen, dass es im aktuellen Fall nur bei Vermutungen bleibt. „Es ist erschütternd, wenn so etwas im Raum steht. Das hätte große Auswirkungen auf den Wettbewerb. Vielleicht müssen wir sogar zurückliegende Spiele prüfen“, sagt Bugar.

Der Fall schlägt hohe Wellen. Mittlerweile ermitteln Staatsanwaltschaften aus vier Bundesländern. Neben der Staatsanwaltschaft Neuruppin sind dies die Behörden in Berlin, Chemnitz und Magdeburg.

Deutsch-chinesischer Sportvermarkter im Fokus

Im Zuge der denkbaren Manipulationen in der 4. Liga spielt der deutsch-chinesische Sportvermarkter „Star Movement“ möglicherweise eine entscheidende Rolle. So soll dem Chemnitzer FC angeboten worden sein, „für sichere Siege“ zusätzlich 60.000 Euro in bar zu erhalten. Der CFC hatte die Vorgänge umgehend dem NOFV gemeldet. Hierzu stellte der NOFV fest, „dass eine Überprüfung weiterer Hinweise durch das Sportgericht zurzeit keinen weiteren hinreichenden Tatverdacht ergeben hat“.

Mit „Star Movement“ hatte Germania eine Kooperation für zwei Projekte vereinbart. Der Geschäftsführer der Halberstädter Fußball GmbH, Dominik Tronnier, lehnte eine Stellungnahme ab: „Ich kann und werde mich dazu nicht äußern.“ Zur Frage, welche Rolle zudem eine chinesische Medienbeauftragte beim Verein spielt, meinte er: „Kein Kommentar.“ Der deutsch-chinesische Sportvermarkter, der eine Dependance in Wernigerode hat, ist seit Tagen telefonisch nicht erreichbar. Möglicherweise haben sich die beteiligten Personen längst abgesetzt.

Fürstenwalde wurde nicht angerufen

Laut „Bild“ soll auch Union Fürstenwalde vom deutsch-chinesischen Sportvermarkter angesprochen worden sein. Fürstenwaldes Geschäftsführer Sport, Sven Baethge, reagierte auf Volksstimme-Nachfrage aber empört und stellte klar, diesbezüglich zu keinem Zeitpunkt mit irgendwelchen Personen geredet zu haben.