Windsor/Magdeburg l Die Journalisten, die aus ihren heimischen Büros in Deutschland über die Kurzbahn-Weltmeisterschaft im kanadischen Windsor berichten, erfreuen sich an einer vorbildlichen Pressearbeit des Deutschen Schwimmverbandes (DSV). Über den Mitteilungsdienst „Whatsapp“ werden die Statements der zwölf DSV-Athleten vor und nach ihren Wettkämpfen bereitgestellt – so auch jene von Florian Wellbrock vom SC Magdeburg, der ursprünglich erst am Wochenende von seinem Einsatz über die 1500 Meter Freistil berichten sollte.

Am Montagabend allerdings – 22.53 Uhr mitteleuropäischer Zeit, 16.53 Uhr Ortszeit – erreichte die Volksstimme eine Nachricht von Wellbrock, in der er sich zu seinem überraschenden Einsatz am Dienstag über die 400 Meter Freistil äußerte: „An sich freue ich mich über den Start, es wäre nur schöner gewesen, wenn ich es vorher gewusst hätte.“ Die Entscheidung von Bundestrainer Henning Lambertz überraschte auch Wellbrocks Heimcoach Bernd Berkhahn: „Wir hatten den Plan in Richtung 1500 Meter voll umgesetzt“, erklärte der 45-Jährige. Wellbrock, 19 Jahre, nahm es positiv: „Ich denke, es ist ganz gut, wenn ich in Vorbereitung auf mein Hauptrennen vorher schon ins Becken darf.“

Und er hatte Spaß: Letztlich beendete er seinen Vorlauf und das Testrennen für Wassergefühl und Hallenatmosphäre im WFCU-Centre, in der normalerweise die Eishockey-Cracks der Windsor Spitfires dem Puck hinterherjagen, in neuer Bestzeit von 3:47,30 Minuten – Platz 32. Das Finale in der Nacht zum Mittwoch hatte er zwar verpasst. Dennoch lautete sein Resümee: „Ich bin zufrieden. Ich bin vor internationalen Wettkämpfen immer relativ nervös. Aber dass nun eine Bestzeit rausgekommen ist, macht Mut für die 1500 Meter.“ Auch Berk-hahn atmete auf: „Alles gut!“

Das positive Gefühl, mit dem er die Reise nach Windsor bereits angetreten hatte, hat sich somit verstärkt. „Mittlerweile kenne ich Sportler aus anderen Ländern, ich freue mich, sie wiederzusehen“, sagte Wellbrock vor dem Abflug. Sportlich hat er sich indes für die längste Beckendistanz (Vorlauf am Sonnabend) „kein wirkliches Ziel gesetzt, aber eine Bestzeit wäre natürlich schön“. Berkhahn erklärte: „Ich hoffe, dass er an die Leistungen von den deutschen Meisterschaften anknüpfen kann.“

Im November in Berlin war Wellbrock Zweiter bei den nationalen Titelkämpfen geworden: mit neuer Bestzeit und neuem Altersklassenrekord von 14:33,46 Minuten. Diese zumindest zu bestätigen, wäre für ihn ein Erfolg. Die Voraussetzungen dafür hat er jedenfalls geschaffen: „Ich bin in den vergangenen Wochen gesund geblieben. Ich war zwar teilweise ziemlich kaputt vom Training. Aber das war auch so gewollt.“