Indian Wells (dpa) - Vor dem Tennis-Comeback als junge Mutter ist Serena Williams ganz ergriffen vom Liebesbeweis ihres Ehemanns. Als "beste Mama aller Zeiten" begrüßt Alexis Ohanian seine Frau zurück auf der Tour, nicht zu übersehende Plakate hat er auf dem Weg nach Indian Wells anbringen lassen.

In der kalifornische Wüste, beim wichtigsten Turnier nach den vier Grand-Slam-Events, tritt Williams ein halbes Jahr nach der Geburt von Alexis Olympia erstmals wieder an. Es ist eine viel beachtete Rückkehr nach Komplikationen. Und eine Rückkehr, vor der Williams selbst Rätsel um ihre Form aufwirft.

"Ich weiß, dass ich noch nicht in Topform sein werde", sagte die langjährige Nummer eins der BBC vor ihrem ersten Auftritt in Kalifornien am 8. März. "Ich sollte jeden Tag besser werden. Solange ich mich vorwärts bewege, auch wenn es im Tempo einer Schildkröte ist, ist es ok für mich."

Eine Mutter, die wieder ins sportliche Rampenlicht tritt, ist heutzutage keine absolute Ausnahme mehr. Und dass für Serena Williams die Geburt ihrer Tochter nicht das Ende ihrer Karriere bedeutet, war eigentlich nie bezweifelt worden. Zu oft schon tauchte sie schon auf erstaunliche Weise nach Verletzungen enorm erfolgreich wieder auf. Doch momentan ist die 23-fache Grand-Slam-Siegerin nach allem, was sie durchgemacht hat, glücklich, eine weitere Chance zu bekommen.

"Ich bin bei der Geburt beinahe gestorben", schrieb Serena Williams in einem eigenen Beitrag bei CNN. Bei ihrer Tochter hatte die Herzfrequenz nachgelassen, als die Wehen eingesetzt hatten. So kam Alex Olympia per Not-Kaiserschnitt zur Welt. Einen Tag später erlitt Serena Williams dann nach eigenen Angaben eine Lungenembolie, ein großes Hämatom erforderte eine weitere Operation.

Trotz allem fühlt sich die langjährige Dominatorin der Tennis-Branche nun bereit für ihr Comeback, nachdem sie auf die Australian Open im Januar doch noch verzichtet hatte. In Melbourne hatte Serena Williams am 28. Januar 2017 ihr letztes offizielles Einzel bestritten, bereits schwanger gewann sie damals im Endspiel gegen ihre Schwester Venus den nächsten Grand-Slam-Titel.

Als ungesetzte Spielerin steht ihr Name nun in Indian Wells im Tableau. Nach ihrer langen Abwesenheit wird Serena Williams momentan nicht in der Weltrangliste geführt. Für die Damen-Tour ist ihre Rückkehr in jedem Fall ein Segen, egal, wie viele Spiele sie gewinnt. Denn es fehlt an Stars, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Indian Wells wird ein erster Fingerzeig sein, was die 72-fache Turniersiegerin in den kommenden Wochen und Monaten erreichen kann. Ein Fed-Cup-Doppel an der Seite ihrer Schwester hatte die 36-Jährige vor gut drei Wochen verloren. Ein Tiebreak-Turnier am Montagabend in New York kann nicht als ernsthafte Aussage gelten.

Ihre erste Gegnerin, die Weltranglisten-53. Sarina Dijas aus Kasachstan, würde unter normalen Umständen keine ernsthafte Hürde darstellen. In der dritten Runde könnte dann ihre Schwester Venus Williams warten, im Achtelfinale die Bad Oldesloerin Julia Görges.

Bis zu den French Open Ende Mai in Paris will Serena Williams ihre Topform finden. Ihren Ehrgeiz hat die US-Amerikanerin schließlich auch als Mutter nicht verloren. "Serenas Ziel für dieses Jahr wird es sein, Grand Slams zu gewinnen", stellte ihr Trainer Patrick Mouratoglou klar. "Sie weiß, dass es etwas Zeit benötigen wird, um zurückzukommen, aber ihre Erwartungshaltung ist genauso groß wie immer." Mit einem weiteren Grand-Slam-Titel will Serena Williams den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court von 24 Erfolgen bei den vier wichtigsten Turnieren einstellen.

Draw Indian Wells

WTA-Profil Serena Williams

WTA-Interview mit Trainer Mouratoglou

BBC-Artikel zu Serena Williams

CNN-Beitrag von Serena Williams