Dortmund (dpa) - Edin Terzic soll es durchziehen. Der Trainer von Borussia Dortmund liefert zwar kaum Ergebnisse und eine Chance auf eine Dauerbeschäftigung als Chefcoach hat er nicht.

Doch der 38-Jährige soll mangels Alternativen unbedingt als Platzhalter die Saison retten und den BVB noch in die Champions League führen. "Wenn du eine schwierige Phase hast, wird schnell nach dem Trainer gefragt. So ist das Geschäft. Aber unsere Haltung hat sich nicht geändert", sagte Zorc den "Ruhr Nachrichten": "Wir gehen davon aus, dass wir mit Edin Terzic den Turnaround schaffen werden."

Derzeit geht der Trend eher in die andere Richtung. Als Terzic seinen früheren Chef Lucien Favre im Dezember beerbte, war der BVB Fünfter mit zwei Punkten Rückstand auf die Champions-League-Plätze. Nach nur 14 von 30 möglichen Zählern sind die Dortmunder Sechster, der Rückstand auf den für das Mindestziel erforderlichen vierten Platz ist auf sechs Zähler angewachsen.

Im Sommer kommt Marco Rose aus Gladbach als neuer BVB-Coach. Dennoch ist eine Trennung von Terzic aktuell aus zwei Gründen unwahrscheinlich. Zum einen ist der Coach bei der Mannschaft sehr beliebt, Routinier Mats Hummels kämpfte mit seinen Aussagen nach dem 2:2 gegen Hoffenheim augenscheinlich um den Verbleib des Trainers. Und auch Erling Haaland nahm ihn öffentlich in Schutz. Doch ist die Beliebtheit vielleicht sogar ein Problem? Auch wenn Terzic mit dem Bankplatz von Kapitän Marco Reus am Wochenende zeigte, dass er auch vor großen Namen nicht zurückschreckt. Sky-Experte Dietmar Hamann riet der Mannschaft kürzlich, "sich anzustrengen. Denn so einen sympathischen Trainer kriegen sie vielleicht nie wieder". Am Wochenende stellte Hamann fest: "Mich hat es gewundert, dass die Diskussion um den Trainer nicht schon letzte Woche geführt wurde. Ich sehe keine Entwicklung."

Doch, und das ist der zweite und Grund für Terzics Verbleib: Dem BVB fehlt es einfach an Alternativen. Mönchengladbachs Marco Rose ist die Wunschlösung und kommt im Sommer. Früher ist Rose aber sicher nicht zu kriegen, und eine Erfolg versprechendere Übergangslösung als Terzic ist nicht in Sicht.

Eine "optimale Lösung" wäre nicht nur für Lothar Matthäus zwar Matthias Sammer. Der Rekordnationalspieler appellierte bei Sky an den Meister-Trainer von 2002, der derzeit als externer Berater für den BVB arbeitet. "Stell' dich drei Monate da hin, du musst ja nicht 90 Minuten das Training leiten, dafür hast du deine Co-Trainer, und mach es." Sammer rettete den BVB schon einmal, im Jahr 2000 als 32 Jahre alter Adjutant von Trainer-Ikone Udo Lattek sogar vor dem Abstieg. Doch diesmal ist auch Matthäus klar: "Ich weiß, er wird es nicht machen." Und deshalb soll Terzic die Saison retten.

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