Athen (dpa) - Gut vier Jahre nach der Verhängung von Kapitalverkehrskontrollen hat die konservative Regierung in Athen am Montag alle Beschränkungen im Geldverkehr aufgehoben. "Die Kapitalverkehrskontrollen sind ab heute Geschichte", erklärte der konservative Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Parlament. Damit können die Griechen wieder beliebig Geld ins Ausland überweisen.

Nach Ausbruch der Finanzkrise 2010 hatten viele Griechen aus Angst vor einem Zusammenbruch des Bankensystems große Summen von ihren Konten abgehoben, das Geld ins Ausland transferiert oder privat versteckt.

Um diese Kapitalflucht zu bremsen, hatte die damalige linke Regierung unter Ex-Regierungschef Alexis Tsipras am 1. Juli 2015 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. In den ersten Monaten nach der Verhängung dieser Maßnahmen konnten die Bürger pro Tag nur 60 Euro in Bargeld von ihren Konten abheben. Seitdem hatte es jedoch bereits mehrere Lockerungen der Beschränkungen gegeben.

Griechenland war Ende August vergangenen Jahres aus den Hilfsprogrammen entlassen worden. Athen gewinnt zunehmend das Vertrauen der Finanzmärkte zurück: Die Rendite für zehnjährige Anleihen liegt unter der Zwei-Prozent-Marke. Zeitweise waren diese Renditen in den vergangen Jahren bis auf 35,5 Prozent gestiegen, so dass das Land praktisch kein Geld mehr am Markt aufnehmen konnte.

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