Frankfurt/Main (dpa) - Nach zähem Auftakt hat sich am Dienstag eine freundliche Stimmung am deutschen Aktienmarkt breit gemacht. Der Dax baute die Gewinne vom Wochenbeginn um 0,62 Prozent auf 11.730,02 Punkte aus.

Am Vortag hatten Signale der Entspannung im Handelskrieg zwischen den USA und China die Anleger wieder ein wenig hoffnungsvoller gestimmt. Dieser verhaltene Optimismus hielt auch am Dienstag an. Für den MDax der mittelgroßen Börsentitel ging es um 0,73 Prozent auf 25.181,93 Zähler nach oben.

Im Dax gewannen die Aktien von Eon 1,7 Prozent und von RWE 2,3 Prozent hinzu. Beide Papiere profitierten von Kaufempfehlungen der britischen Investmentbank Barclays. An die Spitze des Dax setzten sich Lufthansa-Aktien mit einem Plus von 3 Prozent. Das französische Investmenthaus Kepler Cheuvreux empfahl die Aktien zum Kauf.

Aktien der Deutschen Börse büßten am Dax-Ende 1,8 Prozent ein. Bei der Tochter Clearstream gab es am Dienstag eine Razzia. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte, dies sei "im Rahmen des Verfahrenskomplexes um die Cum-Ex-Geschäfte" geschehen. Bei Cum-Ex-Deals geht es um Aktiengeschäfte im Zusammenhang mit Dividendenzahlungen, bei denen möglicherweise Steuern hinterzogen werden.

Immobilienwerte erholten sich etwas von ihren Vortagesverlusten. Die Branche hatte zum Wochenstart unter den Planspielen in Berlin zum Mietendeckel gelitten. Vonovia rückten im Dax um 2,1 Prozent vor. Für Adler Real Estate ging es im SDax um 4,4 Prozent nach oben.

Cancom-Papiere waren mit einem Kursplus von 3,1 Prozent gefragt - der IT-Dienstleister rückt zum 29. August vom SDax in den MDax auf. Er ersetzt dort den vor der Übernahme durch den Finanzinvestor KKR stehenden Medienkonzern Axel Springer. Den frei gewordenen Platz im Nebenwerteindex nimmt Instone Real Estate, die Aktien des Immobilienentwicklers legten sich um 3,4 Prozent zu.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone zog am Dienstag um 0,65 Prozent auf 3370,47 Punkte an. In Frankreich stieg der Cac 40 um 0,67 Prozent. In London blieb der FTSE 100 mit einem Minus von 0,08 Prozent zurück. Hier dürfte der fortgesetzte Anstieg des Pfunds gebremst haben, denn damit könnten sich die Exportchancen britischer Unternehmen verschlechtern. Der Dow Jones Industrial trat zum europäischen Börsenschluss auf der Stelle.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,66 Prozent am Vortag auf minus 0,67 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 147,00 Punkte. Der Bund-Future legte am Abend um 0,28 Prozent auf 178,93 Punkte zu. Der Euro kostete zuletzt 1,1088 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1116 Dollar festgesetzt.