Nach der großen Ausstellung zum 400. Todestag von Caravaggio (1571-1610) in Rom widmet auch die Berliner Gemäldegalerie dem italienischen Meister des Frühbarock eine Bilderschau: "Hommage an Caravaggio: 1610-2010".

Berlin (dpa). In den deutschen Sammlungen hängen heute nur noch zwei Werke von Caravaggio: "Amor als Sieger" aus der Berliner Gemäldegalerie und der "Ungläubige Thomas" aus der Bildergalerie von Schloss Sanssouci. Neben diesen beiden Werken, die in der Ausstellung gezeigt werden, ist auch die römische Leihgabe "Johannes der Täufer" zu sehen. Ergänzt wird die Präsentation mit Werken von Widersachern und Nachfolgern – den "Caravaggisten".

Die Ausstellungsmacher stellten auf der Pressekonferenz außerdem Schwarz-Weiß-Fotos vor, die in Originalgröße die drei Caravaggio-Werke zeigen, die die Gemäldegalerie seit Mai 1945 vermisst. Zusammen mit mehr als 400 anderen Kunstgegenständen waren sie – zum Schutz vor den Bombenangriffen – in einem Bunker in Berlin-Friedrichshain ausgelagert. Kurz nach dem Waffenstillstand brach dort ein Feuer aus. Seitdem sind die Bilder "Der heilige Matthäus mit dem Engel", "Christus am Ölberg" und "Brustbild einer jungen Frau" verschwunden.

Eine weitere Besonderheit bietet die Schau: Nebeneinander hängen Caravaggios "Amor als Sieger" aus Berlin und "Johannes der Täufer" aus der Pinacoteca Capitolina in Rom. Für beide Werke stand derselbe Junge Modell: Francesco Boneri wurde später selbst Maler. Er gilt als einziger Schüler von Caravaggio. Von Boneri ist in der Ausstellung "Die Austreibung der Wechsler aus dem Tempel" zu sehen.

Die Ausstellungsmacher wollen mit ihrer Bildauswahl außerdem zeigen, wie der Stil Caravaggios nicht nur seine direkten Nachfolger, sondern zum Beispiel auch einen ästhetisch so eigenständigen Maler wie Peter Paul Rubens beeinflusste. Weitere Gemälde sind von Rembrandt, Diego Velázquez, Bartolomeo Manfredi, Giuseppe Cesari und Giovanni Baglione zu sehen.

Die Ausstellung "Hommage an Caravaggio" läuft bis zum 6. März 2011.