Berlin (dpa) - Er stapft verbittert durch den Schlamm, ringt mit einem monströsen Bären, kriecht mit Zottelbart und Bärenfell durch den schmutzigen Schnee und schwimmt durch eiskaltes Wasser - bis hin zum Oscar.

Mit dem Rache-Western "The Revenant - Der Rückkehrer" konnte Leonardo DiCaprio das mögliche Trauma des ewigen Oscar-Anwärters vor zwei Jahren erfolgreich abwenden. Reif für die Auszeichnung war der in Los Angeles geborene Sohn einer deutschen Mutter aus Oer-Erkenschwick schon lange.

Mit einer gehörigen Portion Wasser begann auch seine große internationale Karriere. Als Leonardo DiCaprio 1997 mit der "Titanic" unterging, begann sein Stern hell zu strahlen. Dabei hatte er schon vorher gezeigt, welch großartiger Schauspieler er ist.

In Lasse Hallströms "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" (1993) spielte er den geistig behinderten Bruder von Johnny Depp. "Es ist ein Film, auf den ich besonders stolz bin", sagte DiCaprio in einem Tele 5-Interview über die Tragikomödie, die ihm seine erste Oscar-Nominierung einbrachte.

Seit rund 30 Jahren steht Leonardo DiCaprio, der heute 44 Jahre alt wird, jetzt schon vor der Kamera. Um schlechte Filme hat er instinktsicher immer einen großen Bogen gemacht. Er glänzte als Howard Hughes in "Aviator" (2004), verwandelte sich in den FBI-Chef Hoover ("J. Edgar"), wurde 2013 zum großen Gatsby und zum Wolf der Wall Street.

Er hat mit großen Regisseuren wie Christopher Nolan, Clint Eastwood oder Steven Spielberg zusammengearbeitet, ein besonders gutes Team aber gibt er mit Oscar-Preisträger Martin Scorsese ab. Fünf Kinofilme und ein Kurzfilm geht auf das Konto der beiden.

Und neue Projekte sind bereits in der Planung: Scorsese und DiCaprio wollen das Sachbuch "Killers of the Flower Moon" aus dem vergangenen Jahr verfilmen. Darin geht es um die Morde an Mitgliedern des Osage-Indianerstamms in den 1920er Jahren in Oklahoma, nachdem auf deren Land große Ölvorräte entdeckt worden waren. Außerdem arbeitet das Duo laut Medienberichten an dem Film "Roosevelt" über das Leben des früheren US-Präsidenten.

Neben der Schauspielerei ist der Umweltschutz die zweite große Leidenschaft von Leonardo DiCaprio. Bereits 1998 hat er eine Stiftung ins Leben gerufen, die mit anderen Verbänden vor allem in den Bereichen Erderwärmung, erneuerbare Energien, sauberes Trinkwasser und Schutz von Ökosystemen arbeitet.

"Ich glaube, dass der Umweltschutz das wichtigste Thema unserer Generation ist", sagte DiCaprio, als er in Cannes seinen Dokumentarfilm "The 11th Hour" (2007) über die Klimaerwärmung vorstellte. In letzter Zeit investiert der UN-Friedensbotschafter zudem verstärkt in nachhaltige Hotels.