Werben/Wendemark l Die erste Meldung lautete 17.45 Uhr sinngemäß noch „kleiner Feldbrand“. Als aber die Werbener und mit ihnen Ortswehrleiter und Verbandsgemeindewehrleiter Michael Nix ausgerückt waren, wurde der Brand sofort hochgestuft. „Ich habe gleich bei der Leitstelle angerufen, als ich das sah, Kräfte nachgefordert“, so Nix. Denn in Flammen standen am Donnerstagabend zwischen Wendemark und Werben in einem Umkreis von einem Kilometer gleich drei Flächen. Ein Weizenschlag gen Neu Goldbeck, einer schräg gegenüber vom Freibad Werben und ein Stück Graben und abgeerntetes Feld direkt vor der Badeanstalt.

Dort hatte Schwimmmeister Klaus Gehrke am mutmaßlich heißesten Tag des Jahres die Becken voll. Wenn Gehrke auch ruhig blieb, ordnete er doch kurz an, dass alle aus dem Wasser gehen. Er sah bei den Bungalows nach dem Rechten. Nicht dass die Flammen in diese Richtung schlagen würden, was sie zum Glück nicht taten. „Der Wind stand günstig, wir hatten Nordost, die anderen Tage Südwest, das wäre schlimm gewesen, dann hätten wir das Bad evakuieren müssen“, so Nix.

Löschen also an drei Brandstellen gleichzeitig war angesagt. Für jene gen Neu Goldbeck zapften die Kameraden einen Löschbrunnen ebenda an und legten Schläuche bis zum Brandherd, der vom Weizen auch auf ein Wäldchen übergegangen war. Für die anderen Brandherde wurde ein Pendelverkehr von einem Löschbrunnen am Ortseingang Werbens eingerichtet. Der gesamte Ausrückebereich Nord der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck war vor Ort. Aus ihm führen aber nur Werben (500 Liter), Iden (600 Liter) und Rohrbeck (750 Liter) Wassertanks mit. „Das ist zu wenig, außerdem sind das alles keine geländegängigen Fahrzeuge“, so Nix. Deswegen kamen noch die Feuerwehren Arneburg, Hohenberg-Krusemark, Seehausen und Schönberg dazu. Insgesamt waren so elf Feuerwehren mit 90 Einsatzkräften in 20 Fahrzeugen vor Ort.

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Nix bezeichnet die Zusammenarbeit unter den Feuerwehren als „reibungslos“ und klopft auch den Landwirten auf die Schulter. „Ohne die hätten wir das nicht so schnell geschafft.“ Im Einsatz waren selbst oder durch Angestellte vertreten die Landwirtschaftsunternehmen Michael Dihlmann, Wolfgang Trösken und Ralf Schultz.

Laut Polizei waren 25 Hektar Land betroffen. „Dabei entstand ein Schaden von rund 30 000 Euro“, sagt Sprecher Dirk Marscheider. Und: „Aufgrund der zeitlichen und räumlichen Nähe kann ein Fremdeinwirken auf die Flächen zur Brandentstehung nicht ausgeschlossen werden.“ An keiner Stelle fanden zum Zeitpunkt der Entstehung Erntearbeiten statt.

Einen solchen Brand hat es laut Einsatzleiter Michael Nix rund um Werben in den letzten 25 Jahren nicht gegeben. „Es fehlen dringend Tanklöschfahrzeuge“, wiederholt er eine Forderung – damit Feuer bereits beim Erstangriff gestoppt werden können. Der Brandherd am Wäldchen wurde zum Schluss mit Schaum belegt. Die Wendemarker behielten die Stelle im Auge. Zwischenzeitlich war auch das Feuerwehrtechnische Zentrum (FTZ) vor Ort, um Schläuche zu tauschen. Und Wasserflaschen wurde nachgeordert. „Wir halten die Feuerwehren immer dazu an, dass sie für die erste Stunde selbst was dabei haben“, so Nix.

Wem ist etwas Verdächtiges aufgefallen? Die Polizei bittet um Hinweise unter Telefon 03931/68 50.