Möckern l Im Beisein von Ortsbürgermeister Detlef Friedrich informierte der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Kurze die Ortswehrleitung über die gute Nachricht am gestrigen Donnerstag: „Der Kampf ums Geld ist auch in der Landesregierung immer heftig, aber wir haben in unserer Fraktion gesagt, dass Feuerwehren auch in Corona-Zeiten ein Schwerpunkt sein müssen. Nun wurden Mittel freigegeben, die es möglich machen, zahlreiche positive Fördermittelbescheide rauszuschicken. Auch für die Feuerwehr Möckern wurde ein solcher Bescheid jetzt auf den Weg gebracht, so dass hier im nächsten Jahr ein Allrad-Fahrzeug angeschafft werden kann, so wie es bestellt wurde“, sagte Markus Kurze gestern.

Das in Aussicht gestellte Fahrzeug ist ein so genanntes HLF 10, also ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, welches Bestandteil des Fachdienstes ABC (Umweltfeuerwehr im Zug 3 Dekontamination) des Katastrophenschutzes im Landkreis Jerichower Land sein wird. Die Kosten teilen sich das Land, der Landkreis Jerichower Land und die Stadt Möckern.

Fahrzeug wird Bestandteil der Landkreis-Feuer

Die Stadtfeuerwehr Möckern ist bei der Kreisfeuerwehr im Fachdienst ABC, Dekontamination und Messen mit dem ABC-Erkunder und personell mit Kameraden aus Möckern und einem reichlich alten Löschfahrzeug vertreten.

Seit Langem schon hoffen die Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehr darauf, das 1995 in Dienst gestellte Löschfahrzeug LF 18 / 8-8 gegen ein modernes Fahrzeug ersetzen zu können.

Bereits 22.000 Kilometer gefahren

Der besagte und betagte Mercedes-Benz Kurzhauber LAF 1113 B, der bislang die Aufgaben des Landkreises mit erledigte, hat gut 22.000 Kilometer auf dem Buckel und wurde zugelassen 1990, sieht mit seiner runden Motorhaube aber deutlich älter aus. Er war seitdem bei so ziemlich jedem Katastrophenfall auch über die Landesgrenzen hinaus im Einsatz – etwa bei Hochwasser oder Vogelgrippe – und mit ihm die Möckeraner Kameraden, die in ihrer Freizeit eine spezielle Ausbildung für den Umweltzug des Landkreises absolviert haben.

Es sei eine schöne Würdigung für die Möckeraner Kameraden, die für den Katas-trophenschutz im Landkreis ehrenamtlich zusätzliche Aufgaben wahrnehmen, wenn sie ein neues Fahrzeug für ihre Arbeit erhalten, sagte der ehemalige Möckeraner Orts- und Stadtwehrleiter Torsten Quandt am Donnerstag. Es sei immer schwerer, neue Kameraden für die zusätzlichen Aufgaben im Katastrophenschutz zu gewinnen.

Lange her seit neuem Fahrzeug

Wenngleich vorrangig für die Aufgaben im Katastrophenzug des Landkreises angeschafft, wird das Fahrzeug auch bei normalen Einsätzen der Ortsfeuerwehr Möckern zum Einsatz kommen, sagt Möckerns aktueller Ortswehrleiter Erik Ziepel. Er sprach von einem „sehr schönen Weihnachtsgeschenk für die Ortsfeuerwehr Möckern“. Der positive Fördermittelbescheid sei die „Eintrittskarte für den Erhalt des Fahrzeuges“. Es sei schön, dass diese Nachricht ausgerechnet in die Woche des Ehrenamtes falle.

„Es ist lange her, dass sich die Feuerwehrkameraden mal wieder über ein neues Fahrzeug freuen konnten“, merkte Möckerns Ortsbürgermeister Detlef Friedrich an. Zuletzt waren nur gebrauchte Fahrzeuge für die Feuerwehr Möckern angeschafft worden. Friedrich ist zugleich Vorsitzender des Möckeraner Feuerwehrfördervereins.

Weiterer Modernisierungsbedarf

Drei Mal hatte die Stadt Möckern Anträge auf Förderung für ein solches Fahrzeug gestellt, erklärte Stadtwehrleiter Meik Schulz am Donnerstag auf Volksstimme-Anfrage. Ihm zufolge besteht weiterer Modernisierungsbedarf in den Gerätehäusern der insgesamt 27 Ortsfeuerwehren. „Wir müssen da dran bleiben, und jedes Jahr ein neues Fahrzeug anschaffen, sonst holt uns die Zeit ein“. Irgendwann müsse auch eine neue Drehleiter für Möckern auf dem Plan stehen. Aktuell werden im Haushaltsplan der Stadt Möckern jedes Jahr 170 000 Euro für Kfz-Neuanschaffungen im Bereich Brandschutz eingestellt.

Laut Aussagen des Stadtwehrleiters stehen nur noch in zwei Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde DDR-Fahrzeuge. Dabei handelt es sich um die W 50-Tanklöschfahrzeuge in Isterbies und Reesdorf.

„Isterbies wäre schon 2019 mit einem neuen MLF dran gewesen, aber die Kameraden wollten ihr altes Fahrzeug behalten. Und auch Reesdorf habe auf dem W 50 beharrt, so Meik Schulz.

Kaum noch DDR-Technik

Alle anderen Einsatzfahrzeuge sind Nachwende-Modelle, sagt der Stadtwehrleiter. In Stresow und in Lübars stehen somit aktuell die ältesten Einsatzfahrzeuge. Sie sind Baujahr 1990. Ein Jahr älter sei zwar das Fahrzeug aus Stegelitz, dies sei jedoch aufgearbeitet worden. Erst im September war in Loburg – zumindest inoffiziell – den Kameraden ein neues Einsatzfahrzeug als Ersatz für den LF 16 auf W 50-Basis vorgestellt worden.

Auch Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly (CDU) zeigte sich angesichts des in Aussicht gestellten Förderbescheides für die Ortsfeuerwehr Möckern erfreut: „Ich freue mich, wenn das klappt. Es ist wichtig, dass die Kameraden wissen, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird“, sagte er am Donnerstag. Er erinnerte sich, dass der Möckeraner Ortsfeuerwehr vom Land schon zum 120-jährigen Bestehen im Jahr 2012 ein solches Fahrzeug versprochen worden sei.

Lange Lieferzeiten

Wermutstropfen bleibe die erwartungsgemäß lange Lieferzeit für solche Fahrzeuge. Frank von Holly geht davon aus, dass das Fahrzeug wohl erst Ende 2021 bis Mitte 2022 in Möckern anrollen werde. Ihm zufolge schlägt das neue Fahrzeug mit etwa 380.000 Euro zu Buche. Bewilligt wurden vom Land Sachsen-Anhalt die von der Stadt beantragten 145.000 Euro. Den Rest in Höhe von 235.000 Euro teilen sich laut Frank von Holly der Landkreis Jerichower Land und die Stadt Möckern.