Möckern l Der Stadtrat von Möckern hatte zu Jahresbeginn beschlossen, die STARK-V-Fördergelder unter anderem für die Sanierung des Möckeraner Rathauses zu verwenden. Bislang ist aber noch nichts pasiert. „So lange nicht klar ist, wie das Möckeraner Rathaus umgebaut und genutzt wird, ist auch offen, welche Räume renoviert werden. Und solange werde ich vorläufig kein Geld reinstecken, wo ich nacher vielleicht andere Entscheidungen treffe“. Mit dieser Aussage bringt Möckerns Stadtbürgermeister Frank von Holly auf den Punkt, warum von der vorgesehenen Rathaussanierung noch nichts zu sehen ist.

Denkmalgeschützter Bau

Entscheidend bei der Frage, welche Räume künftig überhaupt wie genutzt werden können, ist eine noch durchzuführende Brandschutzübung.

Die Brandschutzbehörde des Jerichower Landes hatte die Stadtverwaltung von Möckern bereits Ende Dezember 2017 dazu aufgefordert, alle der Ortsfeuerwehr zur Verfügung stehenden Rettungsmaterialien auf deren Eignung für eine Rathausevakuierung zu überprüfen. Der historische Bau aus dem Jahr 1895 verfügt über keinen zweiten Rettungsweg, bisher galt der Bestandsschutz für den denkmalgeschützten Verwaltungsbau.

Ohne Beteiligung der Rathausmitarbeiter

Eine erste taktische Übung war bereits im Januar 2018 durchgeführt worden (Volksstimme berichtete). Eine praxisnahe Übung, welche den Ernstfall nachstellen soll, steht dagegen noch aus. Gemäß einer Absprache mit dem Landkreis soll es eine Übung ohne Mitarbeiter werden, so Frank von Holly. Der Tagesablauf der Verwaltung solle nicht gestört werden. Nach Einschätzung der Brandschutzbehörde könnten auch Kameraden der Feuerwehr die Rolle von zu rettenden Personen übernehmen. Wann die Übung stattfindet, soll geheim bleiben. Sie soll aber noch in diesem Quartal stattfinden. Erst nach der Übung also soll über die Nutzungsmöglichkeiten des Möckeraner Rathauses befunden werden. Und damit über Art und Umfang der Sanierung.

Wohlgemerkt, es geht nicht um einen Anbau. sondern um die Sanierung des historischen Hauses. Dass die Sanierung nottut, ist offensichtlich.

Schimmelbefall im Standesamt

So wurde Schimmelbefall im Untergeschoss des Rathauses festgestellt, in einem Nebenraum des Standesamtes. „Das Standesamt muss deswegen dringend ausziehen. Mitarbeiter haben gesundheitliche Bedenken angemeldet“, erklärt Stadtbürgermeister Frank von Holly. Aktuell gibt es als Ausweichmöglichkeiten nur die Verwaltungssitze Küsel und Loburg. Bis zum Jahr 2020 bleibt der Stadtverwaltung nach Aussagen des Stadtbürgermeisters Zeit, die bewilligten Fördergelder für die Sanierung auszugeben.