Abfallwirtschaft im Altmarkkreis Salzwedel Deponie Lindenberg bei Gardelegen soll deutlich wachsen
Die Deponie Lindenberg bei Gardelegen steht vor einer umfassenden Erweiterung. Mit Investitionen in Millionenhöhe will der Altmarkkreis Salzwedel langfristig die Entsorgungssicherheit sichern und bestehende Kapazitätsengpässe ausgleichen.

Gardelegen - Zukunftsorientierte Abfallbehandlung im Norden“ – mit diesem Titel hat es die Deponie Lindenberg bei Gardelegen in eine Publikation über die Abfallwirtschaft in Mitteldeutschland geschafft. Die war erschienen zur Inbetriebnahme des biologischen Teils der mechanisch-biologischen Behandlungsanlage im Jahr 2005. Die Deponie sei eine der modernsten und leistungsfähigsten Anlagen im mitteldeutschen Wirtschaftsraum, heißt es da – komplett neu errichtet nach der Wende vor den Toren der Stadt Gardelegen. Jetzt soll weiter investiert werden.
Kapazitäten seit 1996 nahezu ausgeschöpft
1996 waren die Bauarbeiten abgeschlossen worden für eine Gesamtkapazität von 419.650 Kubikmetern auf einer Fläche von 4,2 Hektar. 30 Jahre sind vergangen. Die Kapazitäten sind jetzt weitestgehend erschöpft. Um auch zukünftig die Entsorgung von Deponieabfällen im Altmarkkreis Salzwedel zu sichern, soll die Deponie erweitert werden – für 20,5 Millionen Euro.
Und zwar auf dem Gelände auf einer bisher noch nicht genutzten Fläche von etwa 10,7 Hektar Land, informiert die Pressestelle des Altmarkkreises auf Volksstimme-Anfrage. Die Erweiterung soll in drei Teilabschnitten erfolgen. Allein nach der Inbetriebnahme des ersten Abschnittes würde sich eine Entsorgungssicherheit von zehn Jahren ergeben. Das Deponievolumen für alle drei Abschnitte erhöhe sich auf insgesamt 1,99 Millionen Kubikmeter.
Genehmigungsverfahren für Dponieerweiterung
Der Kreis reagiere damit auf die knappen Deponiekapazitäten im Umkreis von 50 Kilometern – unabhängig vom Wettbewerb. Das bedeute für die nächsten Jahre Einlagerungssicherheit für den privaten und gewerblichen Sektor, das wiederum bringe Einnahmen, die dem Gebührenhaushalt zufließen und nicht zuletzt die Gebühren stabilisiere, betont die Pressestelle.
Die Vorbereitungen für das Großprojekt gehen allerdings schon einige Jahre zurück. Der Kreistag hatte bereits Ende Juni 2022 einen Grundsatzbeschluss zur Erweiterung der Deponie gefasst. Damit war die Deponie GmbH, ein 100-prozentiges Unternehmen des Kreises – beauftragt worden, die Planung auf den Weg zu bringen und mit den zuständigen Behörden Kontakt aufzunehmen. „Das Genehmigungsverfahren für die Deponieerweiterung läuft“, informiert die Pressestelle. Zuständig sei das Landesverwaltungsamt. Ein konkreter Termin für den Baubeginn oder Fertigstellung könne von daher noch nicht benannt werden.
Rekultivierung bestehender Deponieflächen geplant
Mit der Erweiterung einher gehe auch die Rekultivierung des ersten Bauabschnitts, also des Bereiches, der aktuell für die Deponierung genutzt wird. Dafür sind weitere 14 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung werde über Rückstellungen, also Rücklagen gesichert, die der Kreis seit der Inbetriebnahme vor 30 Jahren quasi angespart habe, erläutert die Pressestelle.
Die Deponie Lindenberg verfügt über eine mechanisch-biologische Restabfallbehandlungsanlage. Das Deponiegas wird für die Abluftreinigung der biologischen Abfallbehandlung genutzt. Die Deponie nutzt auch eigenes Labor für Untersuchungen und Proben.
Auf der Deponie werden nicht nur Rest- oder Siedlungsmüll angenommen, sondern beispielsweise auch Asbest. Jährlich sind es etwa 25.000 Tonnen Abfälle, die angenommen, geprüft, verwertet oder auf dem Deponiegelände eingelagert werden.
Gut 20 Millionen Euro für langfristige Entsorgung
Auch wenn Wiederverwendung und Recycling in der Kreislaufwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, wird es auch in Zukunft Abfälle geben, die dauerhaft geordnet und sicher entsorgt werden müssen, betont die Pressestelle mit Blick auf die geplante Groß-Investition.
Die Deponien in Deutschland sind in Klassen eingeteilt – je nach dem Material, was eingelagert werden darf. Die Deponie Lindenberg ist in der Klasse 2 eingeordnet. Damit können auch bestimmte Abfälle aus Industrie und Gewerbe, sofern definierte Grenzwerte nicht überschritten werden, abgelagert werden, wie eben auch Asbest, kontaminierte Böden aus der Altlastensanierung, belastetes Baggergut aus Gewässern oder auch Reststoffe aus der Abwasserklärung.