Musikalischer Gottedienst Frank Bartsch und Ulrich Thiem zu Gast in der Altmark
Ulrich Thiem und Frank Bartsch gestalteten zum dritten Mal einen musikalischen Gottesdienst im evangelischen Gemeindezentrum und verbanden klassische Werke mit Jazz, Blues und Spirituals.

Gardelegen - Das evangelische Gemeindezentrum war bis auf den letzten Platz besetzt, und das war kein Wunder, denn schon zum dritten Mal gastierte Ulrich Thiem mit einem musikalischen Gottesdienst in Gardelegen. Dieses Mal hatte der Cellist seinen Musikerkollegen Frank Bartsch dabei. Gemeinsam musizierten sie unter dem Thema „Bach und Blues“ Werke von Luther, Bach, Gershwin, bekannte Spirituals und eigene Werke.
Fliegender Wechsel der Instrumente und musikalische Vielfalt
Frank Bartsch begeisterte an Trompete, Flügelhorn und Mundharmonikas, und manchmal wechselten die Instrumente so schnell während eines Stückes, dass es fast klang, als spiele er mehrere gleichzeitig.
Ulrich Thiem sang sich durch Werke von Bach und Luther sowie durch amerikanisches Jazz-Repertoire, begleitete sich selbst und den Bläser am Cello und erzählte Geschichten über die Musik, wobei nie so ganz klar wurde, was man ihm nun glauben darf und was nicht. Aber das hatte er am Anfang schließlich selbst angekündigt, als er sich auf die Jahreslosung aus dem Jahr 2025 berief: Prüft alles!
Erzählungen über Bach, Blues und musikalische Reise
Ulrich Thiem erzählte die Geschichte, wie Bach aus seinem Fenster in Köthen Blues hört und nach Amerika aufbricht, um die ihm gänzlich unbekannte Musik besser kennenzulernen. Dort trifft er unter anderem auf George Gershwin, mit dem er im Saloon einen Kaffee trinkt.
Dass Bach und Gershwin sich in dieser Welt nicht begegnet sind, ist klar, aber in der Geschichte steckt eine tiefere Wahrheit: So war Bach immer am Blick über den musikalischen Tellerrand interessiert und bearbeitete auch Musik von seinen Kollegen. Und seit der Wiederentdeckung Bachs ist quasi jeder Komponist von ihm beeinflusst und inspiriert. Gibt es für Summertime also eine Vorlage bei Bach zu finden?
Wer weiß! Spannend, unterhaltsam und virtuos war es auf jeden Fall. Und nachdem Bach letztes Jahr vom Gemeindezentrum Gardelegen aus in China und dieses Jahr in Amerika war, bleibt es spannend, wo er nächstes Jahr hinreisen wird.