Jerichow l An einen der geschichtsträchtigsten Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt hatte der Techniker der Firma „The Cloud Networks Germany“ seine Freude. In dem Turm der Dorfkirche Redekin brachte er eine WLAN-Station an, direkt neben der Mechanik der alten Turmuhr.

Redekin ist eine von 100 Stationen entlang der Straße der Romanik. 2,5 Millionen Euro lässt sich das Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt die moderne Vernetzungsform mit freiem WLAN kosten. Neben der geschichtsträchtigen Tour profitiert auch das Projekt Gartenträume mit 46 Standorten und vier gemeinsamen Orten vom Projekt.

Im Vorfeld liefen Abstimmungen mit der Denkmalschutzbehörde und dem Kreiskirchenamt Stendal. „Wir sind jedoch nicht ganz zufrieden mit der Installation“, sagt der Redekiner Gemeindekirchenrat. Der Techniker habe den Router und die Antenne genau vor die Öffnung geschraubt, „durch die der Zugang zum Weihnachtslicht geführt wird“. Das soll nochmal geändert werden.

Doch die WLAN-Verfügbarkeit ist die Voraussetzung dafür, dass die Informationen über die seit dem Dreißigjährigen Krieg unveränderte Dorfkirche, die Straße der Romanik und zum Netzwerk „Gartenträume“ genutzt werden können und Besucher Kirchen, Gärten oder einfach schöne Orte für ihre Reiseplanung identifizieren. Viele Zusatzfunktionen, wie Kartenmaterial, 360-Grad-Panoramen und virtuelle Rundgänge ergänzen die Bauwerksinformationen, auch wenn man außerhalb der Öffnungszeit an einem Objekt eintrifft. Daneben gäbe es Veranstaltungstipps und historische Hintergrundinformationen.

Die Dorfkirche Redekin ist Teil dieser digitalen Online-Entdeckertour durch das Jerichower Land, die historische Bauwerke und Denkmäler des Landkreises zusammenfasst. Eine Zugangsbeschränkung durch digitale Anmeldefenster werde es nicht geben. „Das WLAN steht frei und kostenlos zur Verfügung.“ Eingeschränkt werde nur die Dauer der Nutzung. Um dem Missbrauch der Datenleitung einen Riegel vorzuschieben, müsse sich der Nutzer jeden Tag neu anmelden.

Aus touristischer Sicht ein Gewinn für die Besucher: Diese können sich nun über den Ort, das Netzwerk Straße der Romanik und umliegende Bauwerke informieren. So sollen die geschichtsträchtigen Standorte aufgewertet und besser vermarktet werden, erklärte Wirtschaftsminister Armin Willingmann zum Auftakt des Projektes im vergangenen Jahr. Pünktlich zur neuen Saison stehen jetzt die Hot-Spots in vollem Umfang zur Verfügung.