Halberstadt (dpa/vs) l Die Bewohner der Zentralen Erstaufnahme für Geflüchtete in Sachsen-Anhalt (Zast) stehen nicht länger unter Quarantäne. Eine entsprechende Anordnung sei in der Nacht zum Sonntag in Abstimmung mit dem Pandemiestab des Landes aufgehoben worden, wie der zuständige Kreis Harz mitteilte. Die Bewohner der Unterkunft in Halberstadt würden aber weiter nach den Maßgaben des Infektionsschutzgesetzes beobachtet, hieß es. Demnach sollen Bedienstete der Einrichtung unter anderem "stichpunktartig" bei Kindern Fieber messen und Erwachsene auf mögliche Symptome kontrollieren. Die Bewohner sind zudem aufgerufen, mögliche Covid-19-Symptome wie Halsschmerzen oder Fieber zu melden.

Zuletzt waren am Samstag zwei Tests von Bewohnern positiv ausgefallen. Sie und ihre Kontaktpersonen seien in Quarantäne – ebenso wie weitere Fälle, die seit dem 24. April festgestellt worden seien, hieß es. Wegen der Quarantäne und der geltenden Hygienevorschriften könne davon ausgegangen werden, dass von diesen bekannten Fällen keine weitere Infektionsketten entstünden.

Die gesamte Einrichtung war Ende März unter Quarantäne gestellt worden, als ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Seitdem wurden mehr als 100 Infizierte registriert, die auch in andere Einrichtungen nach Magdeburg und Quedlinburg verlegt wurden. Während der Abriegelung kam es zu Tumulten unter den Bewohnern, Grund sollen vor allem Kommunikationsprobleme gewesen sein. Die Polizei bewachte die Einrichtung zwischenzeitlich mit einer Hundertschaft.